Korporationsball: Demo verboten

Die ursprüngliche Demonstration von linken Gruppierungen gegen den Burschenschafterball wurden von der Polizei verboten. Wie im Vorjahr wird es ein umfangreiches Platzverbot um die Hofburg geben. Als Alternative bietet die Polizei eine Kundgebung im Votivpark an.
Linke Demo gegen WKR-Ball
Die Ausschreitungen 2009

Die angekündigte Demonstration wurde von der Polizei dieses Jahr untersagt. Vertreter diverser Initiativen, der Grünen und der KPÖ liefen gegen die Entscheidung der Behörde Sturm. Am Donnerstagnachmittag berieten sie die weitere Vorgangsweise.

Alternativangebot der Polizei

Der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser bezeichnete die von der Polizei angebotene Alternative einer Kundgebung beim Votivpark als “nicht praktikabel” und befürchtet durch die kurzfristige Untersagung erst recht eine “Eskalation”. Im Vorjahr hatte es bei der eigentlich untersagten Demonstration 14 Festnahmen und mehrere Verletzte gegeben.

“Die Polizei hat nichts aus den Ereignissen des Vorjahres gelernt“, stellte Steinhauser in einer Aussendung fest. Weiters erklärte er: “Der WKR-Ball fungiert als europaweites ‘meet & greet’ des europäischen Rechtsextremismus, wie die Gästeliste der letzten Jahre beweist.”

“Bodenlose Frechheit”

Der Sprecher des Antinationalen Bündnisses Wien, Kai Nenation, hält es ebenfalls für eine “bodenlose Frechheit, dass antifaschistische Demonstrationen verboten werden, während Rechtsextreme und Neonazis in der Hofburg abfeiern – und das am 66. Jahrestag der Befreiung von Auswitz.” Er forderte deshalb die Wiener Stadtregierung auf, zu reagieren.

Kritik am Verbot übte auch die KPÖ Wien und verwies in einer Aussendung auf das Recht der Versammlungsfreiheit. Rosa Krasnaya, Aktivistin des KSV-LiLi (Kommunistischer Studentinnenverband Linke Liste), erklärte: “Wir lassen uns nicht verarschen. Daher wurde die Anmeldung seitens der Veranstalterinnen auch zurückgezogen.” Ob und wo es nun eine Versammlung geben wird, stand am Donnerstagnachmittag noch nicht fest.

Die Freiheitlichen hingegen begrüßen das Verbot des Marsches in die Innenstadt, befürchten aber dennoch “Randale”.

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