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Koptisch-unierter Patriarch zu Besuch

Vatikan: Papst Benedikt XVI. hat den neuen koptisch-katholischen Patriarchen Antonios Naguib in Audienz empfangen, wie Kathpress am Freitag meldete.

Der 71-Jährige war im März von der Synode der unierten Kopten in Ägypten zum Nachfolger von Kardinal Stephanos II. Ghattas gewählt worden. Dieser war 1986 als Nachfolger von Kardinal Stephanos I. Sidarous Patriarch geworden und 2001 von Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium aufgenommen worden.

Das koptisch-katholische Patriarchat von Alexandrien, das seinen zentralen Sitz in Kairo hat, zählt rund 200.000 Gläubige. Die Union mit Rom geht auf das Konzil von Florenz 1439 zurück. 1895 errichtete Papst Leo XIII. ein uniertes koptisches Patriarchat.

Der neue Patriarch stammt aus Samalout in der Eparchie Minya. Er trat in das Priesterseminar von Maadi bei Kairo ein und studierte 1953-58 in Rom. Die Priesterweihe empfing er 1960, sodann war er als Pfarrer in seiner Heimatdiözese tätig, 1977 wurde er Bischof von Minya. Von diesem Amt trat er Ende 2002 zurück und lebte bis zu seiner Wahl zum Patriarchen in einer monastischen Gemeinschaft.

Die eigenständigen Kopten, deren Oberhaupt Papst-Patriarch Schenuda (Shenouda) III. ist, zählen in Ägypten mehr als sechs Millionen Gläubige. Ihr prominentester Vertreter ist der frühere UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali. Sie leiten ihre Abkunft von den alten Ägyptern ab. (Der arabische Name „Kibt“ kommt von „Aigyptos“.) Die mit griechischen Fremdwörtern durchsetzte koptische Sprache verwendet das griechische Alphabet mit zusätzlichen eigenen Schriftzeichen. Als Umgangssprache wurde sie durch das Arabische ersetzt. Die koptisch-orthodoxe Kirche führt ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück, als dessen 117. Nachfolger Schenuda gilt. Derzeit hat der Koptenpapst („Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus“) seinen Sitz in Kairo.

Die Kopten gehören zu den altorientalischen (monophysitischen) Kirchen. Von diesen wurde die auf dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 angenommene Zweinaturenlehre von der göttlichen und menschlichen Natur Christi abgelehnt. Der theologische Streit über die Natur des Erlösers wurde erst in einem Briefwechsel zwischen Papst Johannes Paul II. und Schenuda III. auf „sprachliche Missverständnisse“ und politische Ursachen zurückgeführt und für beendet erklärt.

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