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Kopf-an-Kopf-Rennen bei Nationalratswahl

Bei der Nationalratswahl zeichnet sich ein ganz enges Rennen um Platz eins ab. Gemäß den Hochrechnungen von ORF und ATV dürfte die SPÖ wieder die ÖVP an der Spitze ablösen.

Der Abstand ist aber denkbar knapp. Die FPÖ liegt ein wenig vor den Grünen, das BZÖ könnte im Gegensatz zur Liste von Hans-Peter Martin unter anderem dank eines Grundmandats in Kärnten den Einzug ins Hohe Haus schaffen.

Die vorliegenden Hochrechnungen von ORF, ATV und Innenministerium geben der ÖVP zwischen 35 und 35,8, was einem Verlust von etwa sieben Prozentpunkten entspricht. Die SPÖ steht zwischen 35,6 und 36,1, ist dabei in allen Untersuchungen vor der Volkspartei klassiert. Damit erwarten die Sozialdemokraten nur leichte Verluste gegenüber 2002 (36,5).

In etwa gleich bleiben dürften auch FPÖ und Grüne. Die Freiheitlichen werden zwischen 10,4 und 10,7 Prozent gehandelt (2002:10,0), die Grünen zwischen 9,6 und 9,9 (2002: 9,5). Das BZÖ schwebt rund um die vier Prozent und hat zusätzlich gute Chancen über ein Grundmandat im Wahlkreis Kärnten-Ost. Aussichtslos liegen die Liste von Hans-Peter Martin trotz sehr guten Abschneidens in Vorarlberg sowie die KPÖ.

Angesichts der knappen Ausgangslage ist es sogar möglich, dass man noch bis zur Auszählung der Wahlkarten warten muss, ehe am 10. Oktober endgültig feststeht, wer Erster und wer Dritter ist. Denn ÖVP und Grüne zählen hier meist zu den Gewinnern, SPÖ und FPÖ zu den Verlieren. Klar scheint, dass im Fall eines Einzugs des BZÖ in den Nationalrat praktisch nur noch eine große Koalition möglich sein wird, es sei denn eine der Großparteien würde sich entgegen der Ansagen vor der Wahl mit FPÖ und BZÖ verbünden.

In ersten Reaktionen zeigten sich die Großparteien angesichts des extrem knappen Rennens noch ein wenig zurückhaltend. ÖVP-Generalsekretär Lopatka sprach von einem herben Verlust und machte dafür die größere Zahl an antretenden Parteien sowie die geringer gewordene Wahlbeteiligung verantwortlich.

SPÖ-Wahlkampfleiter Darabos frohlockte schon ein wenig: „Wenn das so bleibt, dann ist das wie Ostern und Weihnachten zusammen.“

In der FPÖ zeigte man sich erfreut angesichts der Aussicht, Platz drei zu halten, die Grüne Bundesgeschäftsführerin Sburny hofft noch auf diesen. BZÖ-Klubchef Scheibner war “überglücklich“ angesichts des sich abzeichnenden Einzugs ins Hohe Haus.

Großer Wahlverlierer dürfte in jedem Fall die ÖVP sein, von der überall Verluste gemeldet werden, während sich die SPÖ trotz BAWAG-Skandals praktisch hält. Ein erstes Bundesländer-Ergebnis gibt schon ein wenig den Trend vor. In Vorarlberg blieb die Volkspartei zwar mit 42 Prozent Nummer eins, büßte aber sieben Prozentpunkte ein. Die SPÖ verlor dagegen nur gut einen Prozentpunkt und verteidigte mit 18 Prozent Platz zwei vor Grünen und FPÖ.

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