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Koller nach Schweiz-Camp zufrieden: "Zweck voll erfüllt"

Koller ist mit dem Teamcamp zufrieden
Koller ist mit dem Teamcamp zufrieden
Für das österreichische Fußball-Nationalteam startet kommende Woche die zweite Phase der Vorbereitung auf die EM in Frankreich. Am Dienstag und Samstag stehen Testspiele gegen Malta bzw. die Niederlande auf dem Programm. Mit dem Trainingslager in der Schweiz war Teamchef Marcel Koller restlos zufrieden - zumal ihn im Gegensatz zu vielen anderen Nationen derzeit auch keine Personalsorgen plagen.


“Wir haben eine gute Trainingswoche gehabt. Wir sind sehr zufrieden mit dem Einsatz. Ich denke, der Zweck ist voll erfüllt”, sagte Koller am Sonntag in einer Pressekonferenz in Flims. “So soll es weitergehen.” Am Montag fliegt das Team nach Klagenfurt. Dort wartet am Dienstag (20.30 Uhr/live ORF eins) Malta. Von einer “Bewegungstherapie” gegen die Inselkicker wollte Koller nichts wissen. “Es ist wichtig für uns, auch zu sehen, wo die Spieler stehen.”

Bis zum Wochenende waren erst etwas mehr als 13.000 Tickets verkauft. Der Teamchef erhofft sich deutlich mehr Zuschauer. “Wir haben den ganzen Kader beisammen. Wenn das Stadion dann nicht ausverkauft ist, ist es schade für die Spieler”, erklärte der Schweizer, der ein Geduldspiel gegen einen defensiven Gegner erwartet. Bei der EM-Generalprobe in Wien gegen die Niederlande gelte es dann, sich nicht deren offensives Spiel aufzwingen zu lassen.

Auf allzu viele Experimente will sich Koller in den beiden ausständigen Probegalopps nicht einlassen. “Wie wir dann genau spielen, ist noch ein bisschen zu früh. Wir haben noch genug Zeit. Es sollen aber schon auch zwei gute Tests sein, nicht dass wir jetzt alles durchtesten auf unserer Seite.”

In einem Trainingsspiel gegen den Schweizer Sechstligisten US Schluein Ilanz (14:0) hatte Koller mit einer defensiven Dreierkette überrascht, ohne diese davor trainiert zu haben. “Es ist schon auch wichtig, dass man flexibel ist, dass man verschiedene Möglichkeiten spielen kann. Das haben wir schon im Hinterkopf”, betonte Koller, der sonst stets auf ein lange gewohntes 4-2-3-1-System setzt.

Langfristig könnten aber auch die drei Innenverteidiger eine Alternative werden. “Es sind andere Bewegungsabläufe. Aber die Spieler verstehen sich gut, sie wissen, was zu tun ist. Dementsprechend ist das eine mögliche taktische Variante”, sagte Koller. “Wo wir die ausprobieren, lassen wir noch offen.” Es könnte eine zusätzliche Option sein, um im Bedarfsfall bei der EM einen massiven Defensivwall zu knacken.

Vor dem Turnier muss Koller noch einen Spieler aus seinem derzeitigen 24-Mann-Kader eliminieren. Es dürfte Salzburgs Valentino Lazaro treffen. Seine Entscheidung wird Koller nach dem Malta-Spiel bekannt geben. “Das gehört dazu. Wir sind froh, dass sich keiner schwer verletzt hat und wir aus dem Vollen schöpfen können.” Auch die seit Mitte April außer Gefecht gewesenen Aleksandar Dragovic und Marc Janko stehen wieder zur Verfügung. Ein bei einem Zusammenprall im ÖFB-Training erlittenes geschwollenes Auge bereitet Dragovic keine Probleme.

Viele andere EM-Teilnehmer dagegen sind von zum Teil erheblichen Verletzungssorgen geplagt. Die eigenen Erwartungen wollte Koller deswegen aber nicht nach oben schrauben. “Es hängt nicht nur davon ab, dass wir alle Spieler fit haben, sondern dass wir das dann auch taktisch umsetzen können, dass wir die Power haben”, betonte der 55-Jährige. Auch viele ÖFB-Kicker hätten eine lange Saison hinter sich. David Alaba etwa absolvierte 46 Pflichtspiele für Bayern München.

Bis Mitte der Woche will Koller seine Schäfchen alle auf einem körperlichen Level haben. Als Letzter ist am Samstag Luzern-Legionär Jakob Jantscher eingerückt. “Nach Malta sollten wir wieder im Rhythmus drinnen sein”, meinte Koller, der diesbezüglich auch die medizinische Abteilung für ihr Feedback lobte. “In dieser Phase ist es wichtig, vielleicht auch mal einen Tag zurückzutreten, weil wir brauchen die Spieler noch. Wir wollen sie nicht kaputttrainieren.”

Am 8. Juni erfolgt die Abreise nach Frankreich. Der Trainingsplatz im EM-Quartier in Mallemort bereitet eineinhalb Wochen davor noch leichte Sorgen. “Es ist versprochen worden, dass er, wenn wir kommen, in einem guten Zustand ist”, sagte Koller. “Ich hoffe, dass es geht, weil der nächste Platz wäre schon ein bisschen weiter weg und das wäre nicht optimal.” Ferndiagnosen seien schwierig. Koller: “Es braucht noch ein bisschen Zeit, aber ich bin zuversichtlich.”

Das gilt auch für die EM. Mehr als 60 Spiele hat Koller bereits auf Video analysiert. “Wir hoffen, dass noch ein paar dazukommen, wenn wir in Frankreich sind”, erklärte der Teamchef im Hinblick auf mögliche Achtelfinal-Gegner. Vorerst stehen aber die beiden Tests im Mittelpunkt. “Jetzt gibt es wieder einen Tapetenwechsel. Die Zeit geht schnell vorbei.” In den Schweizer Kanton Graubünden wird Koller erst im Juli zurückkehren – auf Urlaub.

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