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Kohl: Ex-Rad-Star gesteht Doping

Bernhard Kohls Lügengebäude ist brutal zusammen­gebrochen. "Ich bin der Versuchung erlegen", sagte der ehemalige Radprofi in einer vorgezogenen Pressekonferenz. Meinungen  | Reaktionen

Der des Betrugs überführte niederösterreichische Radprofi hat sich völlig überraschend bereits am Mittwochabend in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet und dabei dem Lügen und Betrügen ein Ende gemacht und Dopingmissbrauch zugegeben.

“Ich bin der Versuchung erlegen, weil der Erfolgsdruck unglaublich groß gewesen ist. Ich bin nur ein Mensch und bin in einer Ausnahmesituation schwach geworden”, meinte der 26-Jährige, der während des Geständnisses mehrmals in Tränen ausgebrochen ist. Der Gesamt-Dritte und Bergkönig der Tour de France 2008 – die Erfolge werden Kohl natürlich aberkannt – verzichtet nun auch auf die Öffnung der B-Probe.

Kohl und sein Management scheinen mit der aktuellen Situation heillos überfordert zu sein. Ursprünglich hätte Kohl, der das Blutdopingmittel CERA (EPO-Präparat der dritten Generation) eingenommen hat, in einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag sein Schweigen brechen wollen.

Doch Kohl entschied sich, bereits am Mittwoch eine kurzfristig einberufene Medienkonferenz abzuhalten. Allerdings nur für “ausgewählte Medien”, sprich den ORF (mit Ö3 und orf.at) und die Kronen Zeitung. Vertreter von anderen Medien hatten Wind vom Termin im NH-Hotel am Flughafen Schwechat bekommen, wurden jedoch des Raumes verwiesen.

Kohl begründete sein Dopingvergehen mit seinem Sturz beim Rennen Dauphine Libere am 11. Juni 2008. Dabei hatte er sich schwere Hautabschürfungen auf der gesamten rechten Körperseite zugezogen. Danach habe sich Kohl geschwächt gefühlt, auch die Blutwerte seien nicht in Ordnung gewesen. Um doch noch rechtzeitig für die Tour de France ins Schuss zu kommen und einen zum Greifen nahe scheinenden Vertrag bei einem Spitzenteam nicht zu gefährden, griff Kohl zu CERA.

Nachuntersuchungen des Pariser Dopinglabors Chatenay-Malabry ergaben schließlich, dass Kohl am 3. und 15. Juli auf CERA positive A-Proben abgegeben hat. Kohl, der erstmals in seiner Karriere gedopt haben will, droht eine zweijährige Dopingsperre.

Dass Kohls nunmehrige Aussagen teils mit Vorsicht genossen werden, dessen ist er sich selbst bewusst: “Wer glaubt schon einem dopenden Sportler. Damit muss ich selbst leben, ich habe mir das Schlamassel selber zuzuschreiben.” Kohl macht sich anscheinend ernsthafte Hoffnungen, schon bald wieder zur Normalität zurückkehren zu können. “Ich will nun endlich wieder der Bernhard Kohl sein, der ich davor war, als den mich meine Freunde und Fans kennen.”

Seinen Rennstall Gerolsteiner hat Kohl in Schutz genommen. “Es gab kein systematisches Doping bei Gerolsteiner. Holczer (Gerolsteiner-Teamchef, Anm.) wusste von nichts. Er hat vehement gegen Doping gekämpft. Es tut mir besonders leid, ihn enttäuscht zu haben”, erklärte Kohl, der Hintermänner “zur gegebenen Zeit bekanntgeben” will.

“Hut ab vor Bernhard, dass er ehrlich sagt, was los ist. Respekt, dass er diesen Mut gefunden hat und auch gesagt hat, dass das Team Gerolsteiner damit nichts zu tun hatte”, betonte Holczer im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. “Ich hoffe jetzt nur, dass er auch die Hintermänner nennt. Wenn er das voll aufdeckt, dann können wir uns dann auch zusammensetzen und über unsere Schadenersatzansprüche unterhalten”, stellte Holczer sogar eine “finanzielle (Teil-)Amnestie” in Aussicht, wenn er das “CERA-Netzwerk” zu Fall bringe.

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