Koalition startete in den Ministerrat: FPÖ "fremdelte" im Bundeskanzleramt

Am Dienstag ist die neue Regierung in ihren ersten Ministerrat gestartet.
Am Dienstag ist die neue Regierung in ihren ersten Ministerrat gestartet. ©APA
Am Dienstagvormittag startete die neue Bundesregierung in ihren ersten Ministerrat. Während die FPÖ-Minister schweigend an den Journalisten vorbeizogen, präsentierte die ÖVP drei vorbereitete Statements.

Noch etwas inhaltsleer und orientierungslos ist die neue Regierung am Dienstag in ihren ersten Ministerrat gestartet. Die FPÖ-Regierungsriege zog geschlossen schweigend an den Journalisten vorbei, für die man im Bundeskanzleramt eigentlich extra ein neues Setting mit “Doorsteps” zum Fragenstellen aufgebaut hatte. Die ÖVP bot drei vorbereitete Statements auf, auf Fragen ging man nicht ein.

FPÖ-Regierungsteam “fremdelte” bei erstem Ministerrat

Die neue Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) sah die Bitte um ein Statement – etwa zur kritischen Haltung Israels gegenüber der FPÖ – überhaupt eher als Angebot, das sie mit den Worten “nein Dankeschön” ablehnte. Auch der Rest der blauen Regierungsmannschaft um Vizekanzler Heinz-Christian Strache blieb nicht stehen, um Fragen zu beantworten, und fremdelte noch etwas im Bundeskanzleramt.

Seitens der ÖVP wurde Justizminister Josef Moser vorgeschickt, um einmal mehr kundzutun, dass er nun in Sachen Staatsreform umgehend in die Tat umsetzen wolle, was er als Rechnungshof-Präsident aufgezeigt habe. Erstes Projekt werde eine Rechtsbereinigung. Danach kam Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP), um die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für niedrige Einkommen bis 1.948 Euro zu verkünden, die im Ministerrat beschlossen werden soll. Damit erreiche man 620.000 Österreicher, die durchschnittliche Entlastung betrage 300 Euro. Auf Fragen der Journalisten ging er nicht wirklich ein.

ÖVP-Staatssekretärin Edtstadler ignorierte Journalistenfrage

Noch irritierender war der Auftritt der neuen ÖVP-Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler, der an eine Schulaufführung erinnerte: Sie referierte einen offenbar auswendig gelernten Text zum Beschluss einer Gedenkstätte in Maly Trostinec bei Minsk, wo von 1941 bis 1942 über 10.000 jüdische Österreicher ermordet wurden. Die Gedenkstätte sei ein “Signal” bereits im Vorfeld des Gedenkjahres. Eine folgende Journalistenfrage, ob sie nun die “Aufpasserin” des blauen Innenministers Herbert Kickl sei, ignorierte sie – und verließ stattdessen schnurstracks das Mikrofon Richtung Sitzungszimmer.

(APA/Red)

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