Klimt-Verein: Was ist los mit der Klimt-Villa

Groß angekündigt wurde die Renovierung der Klimt-Villa in der Feldmühlgasse. Zwei Millionen Euro wurden hierfür bereitgestellt - geschehen ist alledings bislang kaum etwas.

Letztes Jahr schien das Ziel des Klimt-Vereins in greifbare Nähe gerückt zu sein. Das Belvedere hat Bundesbedarf angemeldet und eine Renovierung des Ateliers und Einrichtung einer Forschungsstätte angekündigt. Das BMWA (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit) hat 2 Mio. Euro zweckgewidmet für die Sanierung bereitgestellt. Es hieß, die Renovierung solle schon im Herbst letzten Jahres starten, dann wurde sie auf Frühjahr 2008 verschoben und mittlerweile findet sich überhaupt kein Hinweis betreffend Revitalisierung des Klimt Ateliers auf der Homepage des Belvedere. Auch vor Ort in der Feldmühlgasse 11 gibt es keinerlei Anzeichen oder sichtbare Schritte in diese Richtung.

Zum Status Quo sind kaum Informationen zu erhalten

Anlässlich seiner Mitgliederversammlung im Februar war der Klimt-Verein bestrebt, Mitglieder und Interessierte über den aktuellen Stand zu informieren und hat in Vorbereitung bei den zuständigen Stellen – BMWA und Belvedere – angefragt. Als einzige Information erhielt der Verein den Brief vom BMWA mit der Antwort, dass derzeit eine “Evaluierung” durch drei Ministerien erfolgt und noch keine “definitive Entscheidung” vorliegt – dies ein klarer Widerspruch zum Status Juni 2007, als der Klimt Verein das letzte Atelier schließen und das “Klimt Areal” räumen musste, zum Zwecke der Errichtung und des Betriebs einer Forschungs- und Gedenkstätte.

Schutz-Status des Klimt Ateliers weiter offen

Mittlerweile musste der Klimt-Verein ernüchtert feststellen, dass sich das Bundesdenkmalamt bis heute über die Schutzwürdigkeit von Gustav Klimts letztem Atelier nicht im Klaren zu sein scheint, denn eine diesbezügliche Anfrage des Vereins wurde dahingehend beschieden, dass man noch prüfe. Nicht einmal ein “zu erwartender Denkmalschutz” (Paragraf 2a) wurde 2007 anlässlich der Erlassung der für Hietzing geltenden Denkmalschutzverordnung ausgesprochen. Wenn nichts geschieht, läuft die gesetzliche Vermutung für Denkmalschutz (Paragraf 2, weil im öffentlichen Eigentum) bis Ende 2009 aus. Auch die MA 19, zuständig für Schutzzonen, will sich nicht über die Schutzwürdigkeit im Konkreten äußern. Derzeit ist die Frage “Erhaltung von Klimt Atelier und Garten” in Hietzing wieder völlig ungelöst und die Situation schlechter als zuvor: das Areal ist unzugänglich, die Klimt-Villa geschlossen und in Erstarrung.

Wunsch nach Einbindung in das Projekt

“Was ist los mit der Klimt-Villa?”, fragt sich nun der Verein. Wenn es so still um die Klimt-Villa wird, sind hier wieder Entwicklungen im Gang, die der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt werden sollen? Der Klimt-Verein plädiert seit vielen Jahren für Renovierung der Klimt-Villa als “historisches Haus”, Rekonstruktion von Atelier und Garten und Betrieb einer Forschungs- und Gedenkstätte. Ebenso wünscht sich der Verein eine Einbindung in das Revitalisierungsprojekt, denn es ist ihm zu verdanken, dass es Klimts Adresse in der Feldmühlgasse überhaupt noch gibt.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Klimt-Verein: Was ist los mit der Klimt-Villa
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen