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Klimawandel: Wiener Grüne fordern "Fünf-Jahres-Plan"

Hebein fordert einen "Fünf-Jahres-Plan" für die Bundeshauptstadt.
Hebein fordert einen "Fünf-Jahres-Plan" für die Bundeshauptstadt. ©APA/Hans Klaus Techt
Die Wiener Grünen wollen ein Zeichen im Kampf gegen den Klimwandel setzen und fordern einen "Fünf-Jahres-Plan". Kritik gab es am Koalitionspartner SPÖ.

Wiens Grüne wollen im Kampf gegen den Klimawandel stärkere Akzente setzen. “Wir gehen in die Offensive”, kündigte die designierte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein am Montag an. Sie forderte einen “Fünf-Jahres-Plan”, wie städtische Hitzepole entschärft werden können. Außerdem soll jeder Wiener im Umkreis seines Wohnortes eine “Grünoase” vorfinden. Kritik gab es am Koalitionspartner SPÖ.

“Spätestens seit dem vergangenen Sommer spüren die Wiener, dass die Klimakrise alle betrifft”, erinnerte Hebein, die Ende Juni auch das Verkehrs- und Stadtplanungsressort von Maria Vassilakou übernimmt, an die vielen Hitzetage des Vorjahres. Dabei gebe es diverse Maßnahmen, die recht rasch umsetzbar wären und mehr Abkühlung für die Hauptstadt brächten.

Hebein schlug in der heutigen Pressekonferenz etwa vor, einen “Fünf-Jahres-Plan” zu erarbeiten. Nach der Erhebung aller Hitzeinseln soll diesen mit den “drei Bs” – “Bankerl, Bäume, Brunnen” – der Garaus gemacht werden. Dahinter steht das Ansinnen, dass kein Stadtbewohner länger als 250 Meter gehen muss, um zu einer “Grünoase” zu gelangen.

Manche Wiener Bezirke von besseren Werten “noch weit entfernt”

Dass schon jetzt rund die Hälfte der Fläche Wiens Grünraum ist, findet Hebein zwar “einmalig in Europa”, aber manche Bezirke seien von diesem Wert trotzdem “noch weit entfernt”. Die Stadt müsse neue Parks errichten – etwa auf der Brachfläche beim Verteilerkreis. Das Geld dafür soll aus einem noch zu dotierenden Klimaschutzfonds kommen. Außerdem regt die künftige Ressortchefin an, derzeit nicht zugängliche Erholungsräume wie jenen beim Französischen Kulturinstitut an der Währinger Straße zu öffnen. Reden müsse man auch über Begrünungsmöglichkeiten von Innenhöfen, die vielerorts “Betonwüsten” seien.

Rückenwind orten die Grünen durch die jüngsten Klima-Demos, an denen auch in Wien Tausende Schüler teilnahmen. Insofern will Hebein die Jugend bei der Erarbeitung von Maßnahmen mitbestimmen lassen, ohne noch konkretere Details zu nennen.

Wiener Grüne üben Kritik an SPÖ und Jubel über 3. Piste

Einigermaßen unzufrieden ist die grüne Spitzenkandidatin allerdings mit dem Regierungspartner SPÖ: “Ich erhalte unterschiedliche Signale.” Einerseits gebe es Lob und Zustimmung für die Klima-Demos, anderseits “kommen drei Tage später Jubelmeldungen für die 3. Piste am Flughafen und dafür, dass Wien noch mehr CO2 in die Atmosphäre blasen soll”. Die Roten müssten “in der einen oder anderen Frage” umkehren, denn “Zündeln und Löschen gemeinsam geht sich nicht aus”.

Auf die Frage, ob ihr die von Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) kürzlich bei der roten Klubtagung angekündigten Schritte wie Fassadenbegrünungen oder die Errichtung von Nebelduschen und Wasserflächen an ausgewählten Orten zu wenig seien, meinte Hebein, die Klimakrise sei zu ernst, um sich auf “Einzelmaßnahmen” zu beschränken. Bei der Gelegenheit richtete sie der SPÖ auch gleich aus, dass es mit ihr keine Erhöhung der 365-Euro-Jahreskarte für die Öffis geben werde.

Klubchef David Ellensohn konzentrierte sich indes auf die Kritik an der Bundesregierung. Österreich sei im internationalen Klimaschutz-Index auf Platz 36 abgerutscht und liege damit etwa hinter Indien, Rumänien oder der Slowakei. Die CO2-Emissionen würden hierzulande steigen, obwohl man sich im Zuge des Pariser Klimaabkommens eigentlich verpflichtet habe, bis 2030 eine Reduktion von 36 Prozent (gegenüber 2005, Anm.) zu erreichen. “Das ist so nicht zu schaffen”, geißelte Ellensohn Türkis-Blau u.a. für Tempo 140 auf Autobahnen, die 3. Flughafenpiste oder die Streichung von Förderungen für Radwege.

(APA/Red)

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