Kleidermacherin Lena Hoschek feiert

Steirische Designerin am Weg zu internationalem Ruhm
Steirische Designerin am Weg zu internationalem Ruhm ©APA
Die Grazer Modeszene ist bunt geworden. Die heißeste Aktie zur Zeit dürfte jedoch Lena Hoschek sein, die sich bescheiden "Kleidermacherin und Unternehmerin" nennt.

Modemacher und Kreativ-Kollektive wie Dresscode21, Palo Alto, Zerum oder Petra Gilgenbach sowie die aus Kärnten stammende Lisa D. machen immer mehr außerhalb der Landesgrenzen von sich Reden. Hervor sticht die 29-jährige Grazerin und Vivienne Westwood-Schülerin, Lena Hoschek. Sie hat vor rund einem Monat in Berlin ihren ersten Deutschland-Store eröffnet. Am Freitag feierte sie im Hotel Wiesler in Graz das fünfjährige Bestehen ihres eigenen Labels mit einer “Fünf Jahre Lena Hoschek Sause”.

Angefangen hat es mit der “Kleidermacherin” schon ganz früh, in der Kindheit. “Als die Lehrerin uns die Aufgabe gab, zu zeichnen, was wir mit viel Geld machen würden, habe ich nur Kleider gezeichnet”, so Lena Hoschek im APA-Gespräch. Und auch sonst hatte sie immer Mode im Kopf. Ihren Barbie-Puppen machte sie immer eigene Gewänder, was ihr viele Jahre später zum Start verhelfen sollte: “Das war, als ich nach der Modeschule in Wien Hetzendorf eine Assistenz im Londoner Studio von Vivienne Westwood machen durfte. Da schneiderte ich für eine Charity-Veranstaltung ein Westwood-Barbie-Puppen-Gewand.” So wurde man im Westwood-Studio auf ihre Fingerfertigkeit aufmerksam, behielt sie weiter im Auge und setzte sie dort ein, wo es um viel Geschick ging. “So machte ich z. B. mit Vivienne zusammen ein Hochzeitskleid für eine russische Kundin.”

Apropos Hochzeitskleider: Da hat sie bereits eines für die von Hemdenmacher Otto Kern hergestellt, auch für Hitparadenwunder Katy Perry schneiderte sie bereits. Damit sorgte sie für Aufsehen in der Boulevard- und Fachpresse, wirklich bekannt wurde sie aber durch ein über Österreich hinaus gar nicht so trendiges Kleidungsstück: “Das Dirndl!” Das war international einmalig: “Eine österreichische Modeschöpferin interpretiert das Dirndl neu.” Auf Trachten will Hoschek sich nicht reduzieren lassen. “Das Dirndl ist toll, aber ich mache auch noch viele andere Kleidungsstücke. Vom Petticoat bis zum Hosenanzug ist die Palette wirklich breit.” Ihre Mode ist von den kurvigen 1950er-Jahren inspiriert, soll sexy wirken und in der Masse nicht untergehen: “Auffallen und nicht zur Funktionskleidung reduziert werden”.

Zum Talent Mode zu machen kam dann noch der Wille zur Unternehmerin hinzu: “Ich liebe es unabhängig zu sein und meine eigenen Entscheidungen zu treffen.” Neben Graz und Wien wurde vor einem Monat in Berlin der dritte Store eröffnet. In Bälde soll in Wien der Laden vergrößert werden.

Ihre Inspirationen holt sie sich aus scheinbar wertlosen Kleinigkeiten wie Knöpfen und Modemagazinen aus längst vergangenen Zeiten und auch aus “alten Büchern über polnische Trachten zum Beispiel. Oder die Klosterhandwerkskunst bringt mich auf gute Ideen.” Aber auch in ihrem Beruf als Kleidermacherin wird es zu Veränderungen kommen. “Wir arbeiten erstmalig an einer Kinderkollektion,” verriet Hoschek. So fehle dann eigentlich nur noch die Kollektion für den Mann. “Das wäre sicher sehr reizvoll, aber montan bin ich einfach ausgelastet.” Unter anderem mit der Veranstaltung in eigener Sache “Fünf Jahre Lena Hoschek Sause” im Grazer Hotel Wiesler, mit dem Schweizer Rockabilly-Virtuosen Reverend Beatman und DJane Adriana Celantana. Musik hat für Hoschek übrigens einen besonderen Stellenwert: “Auf Mode könnte ich verzichten, auf Musik nicht.”

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