Klagewelle nach verpatztem Facebook-Börsengang

Nach dem verpatzten Börsengang von Facebook rollt auf das soziale Netzwerk und die beteiligten Banken eine Klagewelle zu. Mehrere Kanzleien reichten am Mittwoch im Namen geschädigter Investoren Klage ein, auch die Technologiebörse Nasdaq geriet ins Visier. Facebook wies die Klagen als "unbegründet" zurück und kündigte an, sich gegen die Vorwürfe zu wehren.


Der Aktienkurs des sozialen Netzwerks war an den drei ersten Handelstagen um insgesamt fast ein Fünftel eingebrochen. Medienberichten zufolge sollen die mit dem Börsengang betrauten Banken kurz vor dem Wall-Street-Debüt von Facebook am Freitag ihre Gewinnprognosen für das Unternehmen gesenkt, darüber aber nur wenige ausgewählte Kunden informiert haben. Diese hätten sich dann von den Papieren getrennt, während die anderen Anleger dafür den Preis gezahlt hätten.

Mindestens fünf Klagen waren am Mittwoch anhängig. Die Anwaltskanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein erhob in ihrer Sammelklage gegen “Facebook, bestimmte Verantwortliche und die mit dem Börsengang betrauten Banken” den Vorwurf, dass der Börsenprospekt “nachlässig” zusammengestellt worden sei und “Schlüsseldaten über die Aktivitäten von Facebook und seine Perspektiven” verheimlicht habe. Die anderen Klagen haben eine ähnliche Begründung. Neben Facebook richten sie sich vor allem gegen die Großbanken Morgan Stanley, JPMorgan Chase und Goldman Sachs, die den Börsengang organisiert haben.

Auch die Technologiebörse Nasdaq muss sich wegen der technischen Probleme bei dem Börsengang auf ein juristisches Nachspiel gefasst machen. Ein Finanzinvestor aus dem US-Bundesstaat Maryland klagte auf Schadenersatz, weil der Börsenbetreiber am Freitag zum Teil über Stunden nicht genau anzeigen konnte, ob Kauf- und Verkaufaufträge für Facebook-Aktien tatsächlich ausgeführt wurden.

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