Kirgistan-Unruhen - Ban Ki-moon konsultiert Russland

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat mit dem russi­schen Außenminister Sergei Lawrow über die eskalierende Gewalt im Süden von Kirgistan gesprochen. Nach UNO-Angaben sagte Ban am Dienstag in einem Telefongespräch, er sei "dankbar für Russlands Bemühungen um eine Linderung der alarmierenden humanitären Lage" in Zentralasien. Zuvor hatte die kirgisische Interimsregierung abermals eindringlich an das von Russland geführte Militärbündnis ehemaliger Sowjetrepubliken appelliert, mit Friedenssoldaten in den Konflikt einzugreifen.
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In einem Telefonat mit der kirgisischen Übergangs-Regierungschefin Rosa Otunbajewa versicherte Ban Ki-moon, dass die Vereinten Nationen in enger Absprache mit anderen Organisationen an angemessenen Hilfsaktionen für Kirgistan und das benachbarte Usbekistan arbeiteten.

Der Weltsicherheitsrat verurteilte die Gewaltausbrüche und forderte Nahrungs- und Hilfsmittel für das Krisengebiet an. Das höchste UNO-Entscheidungsgremium hatte sich noch in der Nacht auf Dienstag von dem für politische Fragen zuständigen Untergeneralsekretär Lynn Pascoe über die Entwicklung unterrichten lassen. Pascoe plädierte dafür, umgehend einen “Hilfskorridor” in Kirgistan einzurichten, damit die Vereinten Nationen und andere Organisationen so schnell wie möglich Hilfe in das Katastrophengebiet liefern könne.

Die Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem (Navi) Pillay (Südafrika), forderte von den kirgisischen Ordnungshütern, “die Menschen im Land ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit durch schnelles und entschiedenes Eingreifen zu schützen”. “Wir wissen seit Jahren, dass diese Region ein potenzielles Pulverfass ist. Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Zuständigen entschieden durchgreifen und die Kämpfe stoppen, die orchestriert, gezielt und gut geplant wirken”, sagte sie.

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