Kirgisische Regierung will "Drahtzieher" verhaftet haben

Die kirgisische Übergangsregierung hat eigenen Angaben zufolge einen Drahtzie­her der seit Tagen anhaltenden schweren Unruhen festgenommen. Die Behörden in der kirgisischen Stadt Jalalabad hätten eine "sehr bekannte Person" festgenommen, teilte die Übergangsregierung am Montag mit. Die Identität des Verdächtigen wurde nicht bekanntgegeben.
Mindestens 117 Tote bei Unruhen
Unruhen in Kirgistan

Die Übergangsregierung wiederholte lediglich ihre Vorwürfe, Anhänger des im April gestürzten damaligen Präsidenten Kurmanbek Bakijew stünden hinter den ethnischen Unruhen. Bakijew, der sich in Weißrussland im Exil befindet, ließ erklären, er habe mit der jüngsten Gewalt im Süden Kirgistans nichts zu tun.

Der von blutigen Unruhen erschütterte Süden von Kirgistan bereitet sich Medienberichten zufolge auf die Ankunft russischer Friedenssoldaten vor. Der Flughafenleitung im Zentrum der Unruhen in der Großstadt Osh habe Order erhalten, alles für die Landung der Russen in die Wege zu leiten, berichtete am Montag ein Korrespondent der Agentur Akipress.

Die Übergangsregierung in der Hauptstadt in Bischkek im Norden des Landes hatte Russland mehrfach um Militärhilfe ersucht. Mit eigenen Kräften werde Kirgistan der Lage nicht mehr Herr, sagte Interimspräsidentin Rosa Otunbajewa. Nachdem Präsident Dmitri Medwedew zunächst ein Eingreifen in den “inneren Konflikt” abgelehnt hatte, sollte die Militärorganisation früherer Sowjetrepubliken (OVKS) bei einer Krisensitzung in Moskau doch eine rasche Lösung ausloten.

Medwedew sagte, dass alles für eine rasche Beendigung des Mordens getan werden müsse. Russland hatte seinen Stützpunkt in Kant im Norden am Sonntag mit Fallschirmjägern und Munition verstärkt – allerdings zunächst mit der Begründung, die eigenen Leute schützen zu wollen. Das Hochgebirgsland an der Grenze zu China droht zwei Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew in einem blutigen Chaos zu versinken. Bei den USA, die im Norden auch eine Militärbasis zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan unterhalten, habe die Regierung noch nicht um Hilfe angesucht, hieß es in der Hauptstadt.

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