Kirche will die Ehen retten

Alarmiert von den neuen Rekordzahlen bei Ehescheidungen bewirbt die katholische Kirche jetzt einen "Ehe-Guide". 52 Seiten Beziehungs-Tipps von der Kurie...

Schlechte Partnerwahl, ungenügende Ehevorbereitung, Überforderung des Partners, mangelnde Konfliktfähigkeit, aber auch das Übersehen verhaltensbiologisch bedeutsamer Unterschiede zwischen Mann und Frau – das sind nach Ansicht von Andreas Cancura, Geschäftsführer des Wiener Katholischen Familienverbands (KFVW), die Hauptgründe für das Scheitern so vieler Beziehungen.

Konfliktfähigkeit und Fairness

Auch Stress, ungerechte Lastenverteilung, jedwedes Suchtverhalten und vor allem Untreue hätten negative Konsequenzen, so der Autor des “Ehe-Guides” zu den jüngst veröffentlichten alarmierenden Scheidungszahlen in Österreich. Cancura wies auf die vielen kirchlichen Angebote hin, die auf das Leben als Paar bestmöglich vorbereiten bzw. die Partnerschaft möglichst glücklich gestalten sollen.

Die kirchlichen Ehevorbereitungs- und Beratungsangebote sind unter “www.beziehungsweb.at” und “www.begegnungbewegt.at” im Internet abrufbar. Der 52 Seiten umfassende “Ehe-Guide”, gibt eine Fülle von Tipps, was Ehen lebendig hält und Beziehungen auf Dauer gelingen lässt.

“Sprachen der Liebe”

Wer eine gute Partnerschaft leben möchte, muss vor allem Kommunikationsfähigkeit und die “Sprachen der Liebe” lernen, unterstrich Autor Cancura. Behutsamer Beziehungsaufbau, Beziehungspflege, richtiges Austragen von Konflikten, Treue und eine glückliche sexuelle Beziehung stabilisierten Ehen.

“Ganz wichtig sind ein liebevoller Umgang, Achtung voreinander, gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Verstehen, gegenseitige Achtung und Unterstützung und Wertschätzung sowie Glaube und Gebet”, so Cancura.

Wie die Statistik Austria am Montag bekannt gab, erreichte die Scheidungsrate im Jahr 2006 einen neuen Rekordwert von 48,9 Prozent. In Wien beinahe zwei von drei (65,85 Prozent).

9 Jahre Ehedauer

Durchschnittlich dauerten die im vergangenen Jahr geschiedenen Ehen neun Jahre. Fast ein Drittel der Ehepaare trennte sich innerhalb der ersten fünf Jahre.

Elf Paare gingen nach einem halben Jahrhundert des Miteinanders noch auseinander.

Der Großteil (88,1 Prozent) trennte sich 2006 in beiderseitigem Einvernehmen. Wenn Ehen strittig geschieden wurden, lag das “Verschulden” in der Mehrzahl der Fälle beim Mann.

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