Kinderschuhe: Oft zu klein

Wenn Kinderfüße leiden müssen: Nur 3 von 18 Testkäufen ergaben ein befriedigendes Ergebnis. Dass damit Haltungsschäden und andere Gebrechen einhergehen können, ist klar.

Kinderschuhe sind jetzt ein Renner: Der Nachwuchs braucht für das bald beginnende Schuljahr neue Fußbekleidung. Empfindliche Kinderfüße sind auf ordentlich sitzende Schuhe angewiesen, sonst drohen orthopädische Schäden. Das Verbraucherschutzmagazin „Konsument“ hat erhoben, dass viele Modelle zu klein geraten sind. Nur bei drei von 18 gekauften Paaren stellten die Tester korrekte Größenangaben fest.

Seit dem bisher letzten Test im September 2005 hat sich nach Angaben des „Konsument“ nicht viel verändert: Schon damals waren mehr als 70 Prozent der Schuhe kleiner als angegeben. Auch diesmal war „der allergrößte Teil eine Nummer zu klein“. Bei zwei bekannten Marken „irrte man sich gleich um zwei Nummern“. Ein Grund sei, dass die heimische Norm nicht in allen anderen Ländern gilt. Italien zum Beispiel hat gänzlich andere Maße.

„Eine häufige Folge zu kleiner Schuhe ist der Hallux valgus, die schief nach außen stehende Großzehe“, warnte der Wiener Orthopäde Martin Donner. Störungen an den Füßen können laut dem Mediziner „Störungen auf den darübergelegenen Ebenen, das heißt im Sprunggelenk, im Knie- und Hüftgelenk, manchmal sogar in der Lendenwirbelsäule“ verursachen.

Eltern können sich mit einer selbstgezeichneten Schablone bei der Suche nach der richtigen Größe behelfen: Die Umrisse des Kinderfußes auf ein Stück Karton aufzeichnen, vorne zwölf bis maximal 17 Millimeter dazu geben und ausschneiden. Passt die Schablone in den Schuh, ist er groß genug. In den ersten zwei bis drei Lebensjahren durchwächst ein Kinderfuß drei Schuhgrößen in einem Jahr, danach ein bis zwei Größen jährlich.

Gute Kinderschuhe zeichnen sich durch rutschfeste Sohlen, gute Polsterung sowie atmungsaktive Materialien wie Leder und Textil aus. Der gute Halt im Schuh steht und fällt mit dem Verschluss. Bewährt haben sich Klettverschlüsse. Eine Schnürung hat den Nachteil, dass offene Schuhbänder zur Stolperfalle werden. Mit einem Zipp ist nach Ansicht von Experten eine ausreichende Fixierung des Sprunggelenks nicht gegeben.

Sprunggelenksverstauchungen riskiere auch, wer seine Sportschuhe „urcool“ mit offenen, seitlich eingesteckten Schuhbändern trägt: „Das ist aus orthopädischer Sicht gar nicht ideal, weil der Fuß so keinen seitlichen Halt hat“, sagte Martin Donner.

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