Kindergartenjahr: Wien wünscht sich ganztägige Regelung

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Ab 1. Februar ist Christine Marek (V) auch offiziell Familienstaatssekretärin - und sie wird sogleich mit den Bundesländern in Sachen Gratis-Kindergartenjahr verhandeln dürfen. So hat sich Wien bereits um einen Termin bemüht.

Bei diesem sollen die “Rahmenbedingungen” abgeklärt werden, berichtete eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin Grete Laska (S) am Montag im Gespräch mit der APA. Wien wird dabei unter anderem den Wunsch nach einer ganztägigen Regelung deponieren.

Starten soll das von der Regierung geplante Kindergartenjahr im kommenden Herbst. Der Besuch von privaten und öffentlichen Kindergärten im letzten Jahr vor Schuleintritt soll künftig halbtags verpflichtend und kostenlos sein. Jährlich 70 Mio. Euro aus Bundesmittel sind dafür vorgesehen.

Laut Rathaus stellt sich nun etwa die Frage, wie lange diese Zusage gilt. Denn die Mittel seien Teil des Konjunkturpakets – das allerdings nur für zwei Jahre gelte. “Die Frage ist nun, was danach ist”, so die Laska-Sprecherin. Auch die rechtliche Situation sei noch ungeklärt, also jene nach der Überprüfung der Verpflichtung zum Kindergartenbesuch.

Über die Frage Ganz- bzw. Halbtag soll mit Marek ebenfalls gesprochen werden – auch wenn die Pläne der Regierung derzeit nur eine Halbtagsregelung vorsehen. Es sei denkbar, dass die Stadt den Rest selbst zahlt und in Wien der ganze Tag kostenlos sein wird, hieß es.

Den Kindergarten in Wien generell gratis anzubieten, ist vorerst nicht vorgesehen, wird im Laska-Büro betont. Ausgeschlossen ist das in Zukunft jedoch auch nicht. Man lasse sich dies durchaus offen, zunächst werden aber jedenfalls die Gespräche mit dem Bund abgewartet, hieß es. In Wien ist der Kindergartenbesuch derzeit kostenpflichtig, wenn auch mit sozialer Staffelung. Auch Bürgermeister Michael Häupl (S) hat bereits im Vorjahr betont, dass er gegen den Gratiskindergarten sei, man über diesen aber “natürlich auch diskutieren” könne.

Auch in Salzburg wappnet man sich bereits für einen Termin mit der Familienstaatssekretärin – Verhandlungen über das Kindergartenjahr würden aber erst nach der dortigen Landtagswahl (1. März) geführt, hieß es aus dem Büro von Familienlandesrätin Doraja Eberle zur APA. Sie will jedenfalls, dass “alle Einrichtungen” für Kinderbetreuung von der neuen Regelung profitieren. Die zusätzlichen Kosten für Salzburg bezifferte sie mit 4,6 Millionen Euro pro Jahr. Sie wünscht sich jedenfalls eine Garantie, dass es jedes Jahr einen Bundeszuschuss geben soll – und nicht nur für zwei Jahre.

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