Kindergarten: 10.000 Plätze fehlen - ÖVP will Rechtsanspruch

ÖVP fordert die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz
ÖVP fordert die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ©APA
Die Wiener ÖVP fordert die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz - und befürchtet gleichzeitig, dass der Andrang ab Herbst groß sein wird. "Insgesamt fehlen an die 10.000 Plätze", versicherte am Montag VP-Gemeinderätin Monika Riha.

Die Zahl der Anmeldungen, so zeigte sie sich überzeugt, werde durch die Einführung des beitragsfreien Kindergartens – Riha bevorzugt die Bezeichnung “beitragsreduziert” – steigen. Der gebührenreduzierte Kindergarten sei nur dann sinnvoll, wenn er an das Recht auf einen Betreuungsplatz gekoppelt sei, betonte die VP-Politikerin. Gelten solle der Anspruch für alle Kinder bis sechs Jahre. Ein ähnliches Modell gebe es bereits in Deutschland, wie der Bildungsexperte und Buchautor Matthias Schäfer betonte. Dort gelte dies ab drei Jahren, der Rechtsanspruch sei einklagbar. Die ÖVP hat zuletzt auch eine Unterschriftenaktion gestartet, um die Forderung nach Rechtsanspruch auf Wiener Ebene zu untermauern.

Eltern sollten gemäß diesem Anspruch einen Platz im Umkreis von einen Kilometer bekommen. Dazu nötig sei, klar festzulegen, wo die größten Zuwächse in Sachen Wohnbevölkerung zu erwarten sind. Riha forderte die Schaffung eines entsprechenden Entwicklungsplans. Die von der Stadtregierung bis Jahresende versprochenen zusätzlichen 2.200 Betreuungsplätze sind laut Riha jedenfalls nur ein “Tropfen auf dem heißen Stein”.

Wichtig sei auch, dass mit der Umsetzung des Gratis-Kindergartens die Qualität nicht auf der Strecke bleibe. Ein Problem sei unter anderem, dass bereits jetzt der Bedarf an Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen nicht gedeckt sei. Absolventen der Bildungsanstalten würden häufig in andere Berufe abwandern. Notwendig sei eine Aufwertung der Ausbildung – konkret die Einführung eines Lehrgangs an den pädagogischen Hochschulen.

Zudem solle der Betreuungsschlüssel geändert werden. Derzeit kann eine Gruppe bis zu 25 Kinder umfassen. Das Ziel solle 20 Kinder pro Gruppe sein, forderte Riha, die sich auch für eine Anhebung der Gehälter der Betreuer aussprach.

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