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Kill The Boss

Der Traum vom Leben ohne Chef: Unanständige US-Komödie mit Jennifer Aniston als Sexungeheuer.

Ärger mit dem Chef? Zum Trost sei gesagt, es geht immer noch schlimmer. Kontrollfreak Kevin Spacey, Playboy Colin Farrell und Sexungeheuer Jennifer Aniston treiben es so bunt, dass ihre Angestellten Nick, Kurt und Dale beginnen Mordpläne auszuhecken, die sie allerdings erbärmlich in den Sand setzen. Die US-Komödie “Kill the Boss” kommt mit einer Ladung unanständiger Gags und gut aufgelegtem Star-Ensemble am 1. September in die Kinos.

Nick (Jason Bateman) arbeitet seit Jahren von früh bis spät für den versprochenen Job im Management, doch Firmenleiter Dave Harken (Spacey) denkt nicht im Traum an die Beförderung, quält Nick mit Bossing und droht, ihn in der Branche unmöglich zu machen, sollte er kündigen. Buchhalter Kurt (Jason Sudeikis) sieht mit Entsetzen, wie sein nichtsnutziger neuer Chef Bobby Pellit (Farrell großartig verunstaltet) versucht, ihn und das Unternehmen zu ruinieren und dabei zahlreiche Menschenleben gefährdet. Der glücklich verlobte Zahnarzthelfer Dale (Charlie Day) ist täglich der Belästigung und Erpressung durch die sexhungrige Dr. Julia Harris (Aniston) ausgesetzt, in deren Ordination es vor allem ordinär zugeht.

Obwohl Frauenheld Kurt Dales Problem nicht ganz versteht, kommt er bei einem abendlichen Bier mit seinen beiden Kumpels auf die Idee, ihre Peiniger einfach umzubringen. Mit Dean “MF” Jones (Jamie Foxx), Spitzname nicht jugendfrei, wird ein Berater aus der Unterwelt gefunden, der vorschlägt, dass die drei ihre Chefs gegenseitig umbringen sollen, um der Polizei die Ermittlungen zu erschweren. Nick, Kurt und Dale sind für einen so perfiden Plan freilich zu vertrottelt, wie sich schnell zeigt.

“Kill the Boss” ist eine auf männliches Publikum zugeschnittene Farce mit vor allem unkorrekten Späßen. Eine Komödie für Fans der “Hangover”-Serie (2009, 2011) oder von “Leg dich nicht mit Zohan an” (2008) und für jene, die Jennifer Aniston schon immer einmal im Stil einer Pornodarstellerin schweinigeln hören und sehen wollten. Aber es ist ein durchaus gelungener Image-Bruch der braven “Jen” von nebenan. Auch die anderen Darsteller zeigen unter der Regie von Seth Gordon, der u.a. zwei Folgen der TV-Serie The Office inszenierte, ihr komödiantisches Vermögen, soweit es das Drehbuch zulässt.

Die Angst vor der Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftskrise muss als ein Motiv für die Mordabsichten der Hauptfiguren herhalten, sowohl den Charakteren als auch der Story von Michael Markowitz fehlt es aber an glaubwürdigen Abgründen, um Kraft und Humor aus dieser Ausweglosigkeit zu schöpfen. Nur Kevin Spacey verbreitet als rücksichtsloser Psychopath ein wenig von dem schwarzen Humor, der dem Film gutgetan hätte. (APA)

 

 

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