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Kiew: 14 Soldaten von Separatisten bei Helikopter-Abschuss getötet

Vierzehn Soldaten starben bei dem Absturz.
Vierzehn Soldaten starben bei dem Absturz. ©AP
Beim Abschuss eines ukrainischen Hubschraubers nahe der Separatistenhochburg Slawjansk sind mindestens 14 Soldaten getötet worden. Unter den Opfern sei auch General Wladimir Kultschizki, sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Donnerstag Medien zufolge im Parlament in Kiew.
Gefechte im Osten der Ukraine
Machtkampf: Proteste in Kiew

Die Soldaten sollten bei einer Truppenrotation andere Kräfte in dem Kampfgebiet ersetzen. Dabei hätten die Aufständischen den Helikopter mit einem tragbaren Raketenwerfer zerstört, sagte Turtschinow.

Die Führung in Kiew wirft Russland vor, die Kreml-treuen Kämpfer gezielt mit Waffen und Söldnern zu unterstützen. Moskau bestreitet dies.

Vier OSZE-Beobachter verschleppt

Turtschinows designierter Nachfolger Petro Poroschenko sieht den Osten der Ukraine faktisch “in einem Kriegszustand”.Die ukrainischen Regierungstruppen führen seit mehreren Wochen eine Militäroffensive gegen die Separatisten im Osten der Ukraine. Mit Kampfjets und Artillerie greifen pro-ukrainische Truppen im Osten die Separatisten-Hochburgen Slawjansk und Kramatorsk an. In die Region sollen Aufständische vier OSZE-Beobachter verschleppt haben.

Die vier in der Ostukraine verschleppten OSZE-Beobachter werden nach den Worten pro-russischer Aufständischer im Raum der Separatistenhochburg Slawjansk festgehalten. “Jetzt klären wir, wer sie sind, wohin und warum sie gefahren sind, und lassen sie frei”, sagte der selbst ernannte Bürgermeister der Stadt, Wjatscheslaw Ponomarjow, am Donnerstag.

Weiterhin schwere Gefechte

In der Gegend kam es erneut zu schweren Gefechten zwischen Regierungseinheiten und moskautreuen Kräften. Dabei seien pro-ukrainische Truppen in Slawjansk und Kramatorsk mit Artillerie und Kampfflugzeugen gegen die Stellungen der Separatisten vorgegangen, berichteten örtliche Internetportale.

Die Aufständischen sollen nach unbestätigten Berichten zwei Hubschrauber abgeschossen haben. Die Separatisten behaupteten zudem, dass Regierungseinheiten Zivilisten, darunter auch viele Kinder, an der Flucht aus Slawjansk hinderten.

In der etwa 150 Kilometer entfernten Großstadt Luhansk (Lugansk) erstürmten Truppen der selbst ernannten “Volksrepublik” eine Kaserne der Nationalgarde. Bis zu 100 Einsatzkräfte sollen sich ergeben haben. In Kiew bestätigte die Nationalgarde eine Teileroberung des Geländes.

“Anti-Terror-Einsatz” in Ostukraine

In der Ostukraine gehen proukrainische Einheiten mit einem “Anti-Terror-Einsatz” gegen Regierungsgegner vor. Dabei wurden allein in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte die internationale Gemeinschaft auf, wirksamere Maßnahmen für ein Ende der Gewalt zu ergreifen.

Im Falle der verschleppten OSZE-Beobachter betonte der “Volksbürgermeister” Ponomarjow: “Wir wissen, wo sie sind, ihnen geht es gut.” Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte am Montagabend den Kontakt zu der Gruppe verloren, deren Mitglieder aus Estland, Dänemark, der Türkei und der Schweiz stammen.

Beobachter festgehalten?

Der estnische Diplomat Tiit Matsulevits, der ebenfalls an einem OSZE-Einsatz in der Ukraine teilnimmt, sagte hingegen, die Beobachter würden im Gebiet Luhansk festgehalten. Es liefen Verhandlungen, sagte Matsulevits am Mittwochabend im estnischen Radio. Die OSZE gebe nur wenige Informationen heraus, um die Gespräche nicht zu behindern und die Sicherheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden.

Eine elfköpfige OSZE-Beobachtergruppe, zu der am Mittwoch der Kontakt zwischenzeitlich abgebrochen war, sei zu ihrer Basis in der Millionenstadt Donezk zurückgekehrt, teilte die Organisation mit. In der zweiten Gruppe hatte sich auch ein Österreicher befunden. Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter verurteilte die Festnahmen als “Akte von Sabotage” der internationalen Anstrengungen, der Ukraine bei der Bewältigung der schwersten Krise zu helfen.

Wahlen: “Danke für das Vertrauen”

In Kiew betonte der kommissarische Staatschef Alexander Turtschinow, dass der Milliardär Petro Poroschenko die Präsidentenwahl am 25. Mai mit 54,7 Prozent der Stimmen gewonnen habe. Die Stimmzettel seien “faktisch” zu 100 Prozent ausgezählt. “Danke für das Vertrauen”, schrieb Poroschenko auf Facebook.

Turtschinow ordnete an, alle Vorbereitungen für die Amtseinführung zu treffen, die spätestens am 9. Juni stattfinden muss. Dann hat die Ex-Sowjetrepublik mehr als drei Monate nach der Flucht des Präsidenten Viktor Janukowitsch ins russische Exil wieder ein gewähltes Staatsoberhaupt. Turtschinow bestätigte zudem den Sieg des Ex-Boxers Vitali Klitschko bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Kiew.

Weiter Kritik an Russland

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kritisierte indes Russland wegen des Vorgehens in der Ukraine und weiteren Staaten scharf. “Destabilisierung durch unseren gemeinsamen Nachbarn Russland ist nicht akzeptabel”, sagte Van Rompuy in seiner Dankesrede für die Verleihung des Karlspreises, mit dem er am Donnerstag in Aachen ausgezeichnet wurde.

Russland und zwei andere Staaten der ehemaligen Sowjetunion gründeten unterdessen am Donnerstag die Eurasische Wirtschaftsunion als geplantes Gegengewicht zu den USA und der EU. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete das Abkommen mit den Präsidenten Weißrusslands und Kasachstans in Astana. Der autoritäre Präsident Weißrusslands Alexander Lukaschenko meinte, die Ukraine muss “früher oder später” der Eurasischen Wirtschaftsunion beitreten.

Regierung in Kiew orientierte sich nach Westen

Ursprünglich sollte auch die Ukraine dem Handelsraum beitreten, der ab dem 1. Jänner 2015 den freien Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital ermöglichen soll. Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar orientiert sich die neue Regierung in Kiew jedoch nach Westen.

Auch Armenien und Kirgisistan erwägen einen Beitritt. Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, er wolle mit dem Bund die 1991 zerfallene Sowjetunion wiederauferstehen lassen.

(APA)

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