Kenianer peilen Wiener Streckenrekord an

Die Jubiläumsausgabe des "Vienna City Marathons" könnte mit einem Streckenrekord gekrönt werden. Die Wienrekorde stehen bei 2:08:20 (2006/Lahoucine Mrikik/MAR) und 2:23:47 (2000/Maura Viceconte/ITA).

Für die größte Laufveranstaltung Österreichs, die am Sonntag zum 25. Mal in Szene geht (Start 9.00 Uhr/Wagramerstraße), sind die besten Witterungsverhältnisse seit Jahren vorausgesagt, das Elitefeld der Männer ist erfolgshungrig und geht auf Zeiten unter 2:08 Stunden los, die mit zusätzlich 10.000 Euro Prämie belohnt werden.

Versprachen auf der Pressekonferenz am Donnerstag die rumänische Titelverteidigerin Luminita Talpos und die Japanerin Tomo Morimoto Zeiten um 2:24/2:25, so nahm der kenianische Topfavorit Abel Kirui am Freitag bei der Athleten-Präsentation sogar das Wort Weltrekord in den Mund. Da schluckte auch Rennleiter Mark Milde erst einmal und war dankbar für die folgende Präzisierung des 25-jährigen Berlin-Zweiten von 2007 (2:06:51/persönliche Bestzeit) und VCM-Dritten 2007. “Der Weltrekord ist das, was ich einmal will, ich spüre es in meinem Herzen. In Wien möchte ich die 2:07 angehen.” Das, so Milde, klinge nach einem realistischen Ziel.

Der Weltrekord steht seit 30. September 2007 in Berlin auf 2:04:26 Stunden, erbracht vom äthiopischen Ausnahmeläufer Haile Gebrselassie. Die Tempomacher in Wien werden den Halbmarathon auf 63:30 Minuten anlaufen. Neben Kirui sollten sich im Topfeld auch die weiteren Kenianer Paul Biwott (2:08:17), William Todoo Rotich (2:09:53) sowie die Marathon-Debütanten Duncan Kibet und Philemon Kisang befinden. Die beiden Letzteren haben mit 60:22 bzw. 60:55 hervorragende Halbmarathon-Bestzeiten zu Buche stehen. Wilson Onsare, der mit 2:06:47 die schnellste Bestzeit aller Teilnehmer hat, zählt nicht zum engsten Favoritenkreis.

Todoo Rotich zeigte vor drei Wochen beim Halbmarathon in Berlin mit der Zeit von 60:12 Minuten auf, Biwott will in der Donaustadt seine persönliche Marathon-Bestzeit angreifen und hofft auf angenehmes Wetter. Die Temperaturen sollen 9 Grad beim Start betragen und sich um die Mittagszeit auf 19 Grad erwärmen, es soll zudem nahezu windstill sein. Gute Voraussetzungen also. Für Weltklassezeiten müssen aber die Athleten mitspielen und das Tempo der Pacemaker annehmen. “Wir können natürlich sagen, was wir wollen, aber es muss auch der unbedingte Wille der Leute da sein. Dass, wie im Vorjahr, man die Zeiten mit dem nicht so guten Wetter begründet, das wird heuer wohl nicht ziehen”, weiß Milde.

Gespannt darf man auf Kibet und Kisang sein, die jeweils ihren ersten Marathon absolvieren. “Ich weiß nur in der Theorie, wie man einen Marathon laufen soll, ich werde einfach den anderen Leuten folgen”, erklärte Kisang, der sich Tipps vom aktuellen Boston-Sieger Robert Kipkoech Cheruiyot und Paul Tergat geholt hat. Fußball-Fan Kibet wurde von seinen für Olympia nominierten Landsleuten Kipkoech Cheruiyot, Martin Lel (aktueller London-Sieger) und Sammy Wanjiru (London-Zweiter) nahegelegt, er solle nicht die Führungsarbeit übernehmen. “Ich bin zwar ein Frontrunner, aber sie sagten, das wäre ein großer Fehler. Ich soll einfach versuchen, dran zu bleiben.”

Die rot-weiß-roten Spitzenläufer sind Roman Weger und Markus Hohenwarter sowie Ingrid Eichberger.

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