Keine Spirituosen am Schwedenplatz

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Wegen der anhaltenden Debatte um alkoholisierte Jugendliche stellt die Tankstelle am Wiener Schwedenplatz den Verkauf von hochprozentigem Alkohol ein.

Die in unmittelbarer Nähe des Vergnügungsviertels Bermudadreieck gelegene Tankstelle war in der Vergangenheit immer wieder wegen des Verkaufs von Spirituosen kritisiert worden. „Das ist ein erster wirklicher Erfolg“, freute sich City-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (V) im APA-Gespräch.

„Wir stellen den Verkauf harter Getränke ein“, bestätigte BP-Sprecherin Monika Matausch. Schon bald werde die Tankstelle demnach keine Spirituosen anbieten – eine im gesamten BP-Konzern österreichweit einzigartige Maßnahme. Man habe eingesehen, dass es an diesem Standort scheinbar ein gravierendes Problem gebe und man einen relativ hohen Anteil des Umsatzes mit den Spirituosen mache. Zugleich hoffe man, dass auch die umliegenden Supermärkte und Lokale sich an einer konzertierten Aktion beteiligen und etwa von Flatrate-Partys absehen.

Die Tankstelle sei über Jahre ein Ärgernis gewesen, weshalb sie lange mit dem Unternehmen in dieser Sache verhandelt habe, so City-Chefin Stenzel. Das Einlenken von BP und das Rückführen der Tankstelle auf ihre Kernkompetenzen sei nun „eine große, wichtige Tat“ im Kampf gegen den Jugendalkoholismus. Dementsprechend hoffe sie, dass das Beispiel Schule mache.

Auch das Wiener Büro für Sofortmaßnahmen reklamierte den erzielten Erfolg für sich. „Wir haben hier positiv eingewirkt“, versicherte Sprecher Horst Lassnig. Es gehe hierbei um die Gesundheit der Jugendlichen.

Häupl: “Freiwillige Heldentat”

Der Verzicht der Tankstelle am Wiener Schwedenplatz auf Spirituosenverkauf stößt bei Bürgermeister Michael Häupl (S) auf Zustimmung. Man habe mit dem Ölkonzern BP Gespräche mit diesem Ziel geführt und er freue sich, diesem nun zur „freiwilligen Heldentat“ zu gratulieren, so Häupl am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Maßnahme sei ein Vorbild für weitere Tankstellen: „Ich halte Alkohol und Tankstelle per se schon für ein bisschen komisch.“

Bei der Problematik des Alkoholausschanks an Jugendliche werde man überall dort hart durchgreifen, wo bestehende Jugendschutzgesetze nicht eingehalten würden. Das betreffe die Überwachung und gegebenenfalls die bereits zuletzt erwogenen begrenzten Alkoholverbotszonen im öffentlichen Raum. Bei der Frage, ob diese, wenn überhaupt, noch heuer kommen könnten, wollte sich Häupl nicht festlegen. Er halte sich dies in petto, aber „momentan sind wir dabei, mit Überzeugungsarbeit in die eine und andere Richtung zu arbeiten.“

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