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Keine schwarzen Zahlen bei Laudamotion im nächsten Jahr erwartet

Ryanair-Chef O'Leary erwartet im Geschäftsjahr 2019/20 ein Minus zwischen 70 und 75 Millionen Euro.
Ryanair-Chef O'Leary erwartet im Geschäftsjahr 2019/20 ein Minus zwischen 70 und 75 Millionen Euro. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Ryanair erwartet bei seiner österreichischen Tochter Laudamotion einen höheren Verlust. Wann und ob Laudamotion die schwazre Null erreich, hänge vom Preiskampf ab.

Der irische Billigflieger Ryanair erwartet bei seiner österreichischen Tochter Laudamotion einen höheren Verlust. Das Minus im Geschäftsjahr 2019/20 werde "unter 80 Mio. Euro" liegen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Er erwarte zwischen 70 und 75 Mio. Euro, so O'Leary am Mittwoch in Schwechat. Bisher hieß es, der Verlust im zweiten Jahr des Bestehens werde 50 Mio. Euro betragen.

Laudamotion erhält in Wien drei weitere Airbus A320

"Unser Ziel, den Break-even im dritten Jahr zu erreichen, bleibt erhalten", sagte Laudamotion-Finanzchef Andreas Fritthum in der Pressekonferenz. Statt der schwarzen Null könnte aber auch nächstes Jahr ein Verlust von 25 Mio. Euro stehen, meinte O'Leary. Im ersten Jahr hatte Laudamotion einen Verlust von 150 Mio. Euro geschrieben.

Ob und wann Laudamotion die Gewinnzone erreicht, hänge davon ab, wann sich der Preiskampf abschwächt. Dann steigen die Ticketpreise, was helfen werde, sagte O'Leary. Der Ryanair-Chef war in Österreich, um zu verkünden, dass das Wachstum nächsten Sommer in Wien stärker ausfallen soll als noch im September erklärt. Es würden drei weitere Airbus A320 in Wien stationiert, die Flotte damit nicht auf 16 sondern auf 19 Flugzeuge im Sommer 2020 steigen. Laudamotion peilt nun 10 Millionen Passagiere, nicht 9 Millionen, sowie 81 Destinationen an.

Ryanair-Chef verteidigt Leiharbeitsverträge via Crewlink

"Wir nützen den Abzug von Flugzeugen bei Eurowings und Level", sagte O'Leary. Die Billigtöchter von Lufthansa und IAG haben Jets aus Wien auf andere Flughäfen gestellt. Schärfster Konkurrent von Laudamotion ist der ungarische Billigflieger Wizz Air, der ebenfalls nach der Niki-Pleite nach Wien gekommen war.

O'Leary verteidigte die neuen, befristeten Leiharbeitsverträge über die irische Personalleasing-Firma Crewlink. Es werde weiter der Lauda-Kollektivvertrag angewendet, weshalb es beim Gehalt unterm Strich keine Unterschiede geben werde. Zum Jahresbruttogehalt von 15.830 Euro komme noch eine Umsatzbeteiligung an Bordverkäufen, Tagesgelder sowie ein Betrag pro Flugstunde. Unterm Strich komme man auf durchschnittlich 29.152 Euro brutto im Jahr, rechnete O'Leary vor.

Die Formulierung "All-in" sei ein Missverständnis und lasse sich durch "unser schlechtes Englisch" erklären, sagte O'Leary. "All-in" habe in dem Vertrag keine rechtliche Bedeutung, auch weil es in der Luftfahrtindustrie keine Überstunden wie in anderen Branchen gebe. Auch für die Uniformen müssten die Mitarbeiter nichts zahlen, auch wenn der "Erwerb" im Dienstvertrag stehe. Der Preis sei nämlich "null" Euro, sagte O'Leary.

Ryanair-Chef erachtet neuen Lauda-Betriebsrat als nicht gültig

Die Aufregung der Gewerkschaft vida lässt den Ryanair-Chef kalt. "Umso lauter die Kritik, desto mehr Tickets verkaufen wir", freute sich O'Leary über die Gratiswerbung. Den neuen Lauda-Betriebsrat erachtet der Ryanair-Chef als nicht gültig, weil ehemalige Beschäftigte teilgenommen hätten. Laudamotion selbst habe nur noch 200 Mitarbeiter. "Auch die Vorsitzende arbeitet hier nicht mehr." Man werde den Betriebsrat deshalb "einfach ignorieren", so O'Leary. Die vida erachtet zahlreiche Klauseln der Crewlink-Verträge für "unzulässig" bzw. "sittenwidrig" - für O'Leary sind das "falsche Behauptungen".

Der Kabinenpersonal für Laudamotion rekrutiert Crewlink hauptsächlich in Palma de Mallorca. Neben Spaniern würden vor allem Portugiesen und Italiener anheuern, hieß es. Die Piloten kämen in erster Linie von Adria Airways, Thomas Cook und Norwegian.

(APA/Red)

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