Keine Entscheidung über Prodi-Nachfolger

Die Frage, wer im Herbst dieses Jahres die Nachfolge des Italieners Romano Prodi als Präsident der EU-Kommission antreten wird, ist nach wie vor nicht geklärt. 

Beim EU-Gipfel in Brüssel konnte dazu keine Entscheidung erzielt werden.Der belgische Ministerpräsident Verhofstadt und Luxemburgs Ministerpräsident Juncker kommen jedenfalls nicht mehr in Frage. Weiter im Rennen dürfte hingegen der britische EU-Außenkommissar Patten sein. Als mögliche Kandidaten gelten auch Bundeskanzler Schüssel und der österreichische EU-Kommissar Fischler. Deutschland und Frankreich hatten die Kandidatur von Verhofstadt unterstützt. Beim Gipfeltreffen gab es aber weder für ihn noch für Patten eine ausreichende Mehrheit. Verhofstadt zog daraufhin seine Bereitschaft zurück, Prodis Amt zu übernehmen. Patten will seine Bewerbung um das Amt des EU- Kommissionsvorsitzenden in den nächsten Tagen mit seinen politischen Freunden besprechen. Er sei erfreut, dass eine Entscheidung über die Nachfolge Prodis beim Gipfel verschoben worden sei, erklärte Patten in der Nacht zum Samstag. Zuvor hatte der irische Regierungschef und EU-Ratsvorsitzende Ahern mitgeteilt, dass Patten seine Bewerbung zurückgezogen habe. Juncker wiederum hat eine Kandidatur für den Posten erneut abgelehnt. Er sei nach den luxemburgischen Parlamentswahlen vom Sonntag mit der Bildung einer Regierung beauftragt worden und stehe nicht zur Verfügung, sagte der Wunschkandidat vieler europäischer Regierungen am Freitagabend. Ahern sagte, er wolle bis zum 30. Juni einen neuen Kandidaten nominieren, wenn die irische Ratspräsidentschaft endet.Die Amtszeit der jetzigen Kommission unter ihrem Präsidenten Prodi geht im Oktober zu Ende.

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