Keine Einigung bei BA-CA

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Der neuerliche Einigungsversuch zwischen Vorstand und Betriebsrat der Bank Austria Creditanstalt ist gescheitert. Die Interessen der Verhandlungspartner gehen nach wie vor weit auseinander.

Der Vorstand der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA)
hält auch nach dem am Dienstag neuerlich gescheiterten
Einigungsversuch mit dem Betriebsrat an seinem Plan fest, die
Gehaltskurven rasch flacher zu machen, um die steigenden
Personalkosten in den Griff zu bekommen. Der Betriebsrat pocht hier
auf längere Übergangsfristen. Weit auseinander sind die Verhandler
auch bei der de-facto-Unkündbarkeit (Definitivum). Ein vom Vorstand
gesetzes allerletztes Ultimatum läuft nun am 28. Februar ab. An dem
Tag tritt auch der Aufsichtsrat zusammen. Der Betriebsrat startet
indes bereits kommenden Montag (21. Februar) weitere
Protestmaßnahmen.

Österreichweite Betriebsversammlungen

Für Montag kommender Woche hat der Betriebsrat zu österreichweiten
Betriebsversammlungen geladen. Sie finden während der Dienstzeit
statt. In den Mitarbeiterveranstaltungen in allen Bundesländern soll
die „weitere Vorgangsweise“ beraten werden, erklärte die Vorsitzende
des Bank Austria-Betriebsrats, Hedwig Fuhrmann, am Mittwoch Früh. Für
Montag ist auch eine Pressekonferenz der Arbeitnehmervertretung
geplant. Da werden die Beschlüsse der Betriebsversammlungen bekannt
gegeben.

Verständnislos äußerte sich am Mittwoch BA-CA-Chef Erich Hampel
über die bisher unnachgiebige Position des Betriebsrats in mehreren
großen Streitpunkten. Und Hampel warnte: „Wir produzieren zu teuer.“
Er müsse „energisch gegensteuern“. Es gehe um die Sicherung von
10.000 Jobs.

Neuer “Deadline-Termin”

Zum jüngsten vereinbarten Termin (Deadline war Dienstag
Mitternacht) gab es jedenfalls keinen Durchbruch. Gegen 22 Uhr ging
man ohne Verständigung auseinander. Der Vorstand räumt zwar ein, dass
es in einer „Vielzahl“ offener Punkte Annäherung gegeben habe. Doch
„wesentliche Fragen sind ungelöst“: vor allem die Themen „zusätzliche
Definitivstellungen“ und „neues Gehaltsschema“. Das Management bot
dem Betriebsrat nun an, „in den kommenden Tagen doch noch zu einer
Einigung zu kommen, die man am 28. Februar dem Aufsichtsrat vorlegen
und zum 1. April 2005 umsetzen wird“, wie es in einem Kommunique des
Vorstands am Mittwoch Vormittag heißt.

Die Dienstrechtsreform zielt laut Vorstand darauf ab, die führende
Position der BA-CA in Österreich zu festigen und die Arbeitsplätze
von 10.000 Mitarbeitern zu sichern. Hampel: „Wir sind in Österreich
gut aufgestellt. Wir haben passable Ergebnisse. Aber wir produzieren
zu teuer, und wenn wir uns den BA-CA-Konzern ansehen, dann steht
eines fest: Die Ertragsdynamik kommt aus Zentral- und Osteuropa, die
Kostendynamik aus Österreich.“

Die Vorwürfe an Fuhrmann & Co: „Bis heute besteht der Betriebsrat
unverändert darauf, dass noch mehr als 2.000 Mitarbeiter de facto
pragmatisiert werden.“ Und, so kritisiert der Vorstand, beim
Gehaltsschema soll es nach Vorstellungen des Betriebsrats erst nach 7
bis 10 Jahren, zu einer ersten leichten Abflachung der automatischen
Gehaltssteigerung kommen. Das aber, so das Management, hätte zur
Folge, dass durch die jährlichen, automatischen Vorrückungen die
Kostenschere im Vergleich zu den Mitbewerbern in Zukunft weiter
aufgehe. Bereits jetzt liege der Personalaufwand pro Mitarbeiter in
der BA-CA um bis zu 50 Prozent über dem Niveau der Konkurrenz. Der
Vorstand wolle „moderate“ automatische Gehaltssteigerungen und die
Mitarbeiter mit Bonuszahlungen am Bank-Erfolg beteiligen.

Für Vorstandschef Hampel „ist es uns unmöglich, die Position des
Betriebsrates zu verstehen“. Wolle die Bank weiterhin so erfolgreich
sein wollen wie bisher, „müssen wir hier energisch gegensteuern.
Alles andere wäre unternehmerisch fahrlässig.“ Der Betriebsrat wurde
deshalb aufgefordert, bis Monatsende ein Verhandlungsergebnis
anzustreben.

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