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Kein Sonnen im Park - Betreten verboten

APA
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Die Bundesgärten gehen heuer verstärkt gegen das Betreten ihrer Grünflächen vor. Vormittags ist ein Mitarbeiter im Volksgarten, nachmittags kontrollieren zwei private Sicherheitsleute Maria-Theresien- und Heldenplatz sowie den Burggarten.

Der Einsatz läuft zwar schon den vierten Sommer, heuer sollen Vergehen aber verstärkt zur Anzeige gebracht werden, bestätigte Gerd Koch, Bundesgärtenverwalter, im APA-Gespräch.

Seit dem 1. Mai seien die Mitarbeiter angehalten, Drogen- und Gewaltdelikte sowie Sachbeschädigungen verstärkt der Polizei zu melden – selbst strafen dürfen die Hüter der Gartenordnung nicht. Bei reinen „Liegesündern“ belässt man es meist bei einer Ermahnung.

Der Grund für die Strenge der Bundesgärten sind das enorme Müllaufkommen, aber auch der Vandalismus und die Gefahr von Glasscherben im Areal, so Koch. Besonders der Burggarten sei schwer betroffen: „Das sieht am Morgen wirklich aus wie nach dem Donauinselfest.“

Dies behindere die Gärtner bei der Arbeit: „Wir können nicht nur Müll zusammenklauben“, unterstrich der Verwalter. Zwar habe man schon das Fassungsvermögen der Mistkübel verdoppelt, dennoch würde Müll von den Sonnenhungrigen einfach auf den Wiesen hinterlassen.

„Es geht uns um eine Beruhigung“, stellte Koch klar. Man wolle die Menschen nicht gänzlich aus den Parks verbannen. Aber die betroffenen Gartenanlagen stünden unter Denkmalschutz. „Man sollte doch das Remmidemmi bitte auf die Donauinsel verlegen“, appellierte der Gartenverwalter.

Außerdem sei die große Wiese im Burggarten ohnehin als Liegewiese ausgewiesen – für die übrigen Flächen gelte aber das strenge Liegeverbot. Hierauf wird auch schon am Eingang des Burggartens hingewiesen.

Anders gestaltet sich die Diskussion im Universitätscampus, dem ehemaligen alten AKH, mit seinen neun begrünten Höfen. Am Freitag hatte die ÖH eine angebliche Entscheidung des Rektorats beklagt, die Grünflächen als Liegewiesen zu verwenden. Die Vorwürfe seien völlig aus der Luft gegriffen, hieß es nun auf APA-Nachfrage aus der Uni Wien. „Die Universität hat noch nie einen Studierenden daran gehindert, die Campus-Grünflächen als Liegewiese zu benutzen“, so eine Sprecherin von Rektor Georg Winckler. Hier sei die ÖH falsch gelegen.

„Betreten erlaubt“ heißt es auch bei den städtischen Parks – obwohl hier formell auch ein Liegeverbot besteht. Man habe allerdings gute Erfahrungen mit der sanften Nutzung der Wiesen gemacht, unterstrich Stadtgartenamtsdirektor Rainer Weisengram. Die Wiener würden sich hier genauso verhalten, wie man dies erwarten könne, weshalb das Verbot nicht exekutiert werde.

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