Kein Gefängnis!

Das Urteil ist gesprochen - und Nadja Benaissa kann aufatmen! Obwohl sie laut medizinischem Gutachten mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ihren Ex-Freund mit dem HI-Virus angesteckt haben soll, muss sie nicht ins Gefängnis.

Es war DER Gerichtsprozess, der in den letzten Tagen die meiste Aufmerksamkeit der Medien auf sich zog. Weil No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa 2004 einen Mann beim ungeschützten Sex mit dem HIV-Virus angesteckt haben soll – im Wissen, HIV-positiv zu sein – musste sich die 28-Jährigen seit dem 16. August vor einem Gericht in Darmstadt wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen verantworten. Bis zu zehn Jahre Haft hätten ihr blühen können, doch es kam anders.

Gutachter belastet Nadja

Ein Ex-Freund der Sängerin hatte 2007 von seiner Infektion erfahren, Nadja Benaissa 2008 angezeigt und damit das Verfahren ins Rollen gebracht. In weiterer Folge kam heraus, dass sie mit zwei weiteren Männern ungeschützt Sex gehabt und ihnen ihre Infektion verschwiegen haben soll. Doch weil die Partner nicht infiziert wurden, galten die beiden Fälle als versuchte gefährliche Körperverletzung. Einer der beiden Fälle wurde im Verlauf des Prozesses eingestellt.

Im ersten Fall forderte die Staatsanwaltschaft jedenfalls zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung. Im Verlauf des Verfahrens bestätigte der medizinische Gutachter der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, dass Benaissa mit “an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” für die HIV-Infektion ihres Ex-Freundes verantwortlich ist, berichtet die deutsche “Bild”-Zeitung.

Bewährung und gemeinnützige Arbeit

Dass sie trotz ihrer HIV-Infektion mit drei Männern ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt habe, täte Nadja Benaissa “von Herzen leid”. “Ich habe keinesfalls gewollt, dass mein Partner infiziert wird”, ließ Benaissa zum Prozessauftakt wissen.

Am 26. August um 13:00 Uhr fiel dann das Urteil: Benaissa bekommt zwei Jahre auf Bewährung und muss 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ob das Urteil gerechtfertigt ist? Darüber gehen in diversen Online-Foren die Meinungen auseinander …

(Foto: dapd)

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