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Kein freies Gastgewerbe

Das Gastgewerbe wird nun doch nicht liberalisiert. Einen Kompromiss jedoch gab es zwischen der Tourismuswirtschaft und der Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann.

Das Gastgewerbe wird nun doch nicht liberalisiert, allerdings wird der Zugang zum Gastgewerbe teilweise erleichtert. Nach scharfen Diskussionen zwischen Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann (F), die im Zuge der Neuordnung des Gewerbes und der Liberalisierung des Handels auch eine Freigabe des Gastgewerbes gefordert hatte, der Tourismuswirtschaft und der Gewerkschaft haben sich die Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Rossmann gestern, Dienstag, Abend nach einem vierstündigen Gespräch auf diesen Kompromiss geeinigt, sagte WKÖ-Tourismus-Geschäftsführer Michael Raffling heute zur APA. An einen Minimum an Fachqualifikation, um sich im Gastgewerbe selbstständig zu machen, werde festgehalten.

Bisher konnte sich jeder mit einer einschlägigen Ausbildung wie Lehre in einem Gastgewerbebetrieb oder Schule sowie jeder Akademiker der Wirtschaftswissenschaften mit einer zweijährigen Berufspraxis selbstständig machen, erläuterte Raffling. Neu sei nun, dass die Selbstständigkeit im Gastgewerbe Akademikern jeden Faches und nun ohne zusätzliche Praxis offen stehe. Durch den Wegfall der Praxiszeit werde auch die Lehre aufgewertet. Für Quereinsteiger bleibe eine Prüfung über fachliche Inhalte des Gastgewerbes erhalten. Bei der einschlägigen Schulausbildung fürs Gastgewerbe sei ein dreiwöchiges Pflichtferialpraktikum festgeschrieben worden.

Ein kritischer Punkt bleibe die Festlegung von Mindeststandards, zumal die erweiterten gastgewerblichen Verabreichungsrechte des Handels freigegeben wurden, bemerkte Raffling. Dazu bestehe der Konsens, dass – im Sinne des Konsumentenschutzes – eine Erweiterung nur unter Einhaltung gleicher Mindeststandards (Hygiene, Toilettenanlagen, usw.) wie im Gastgewerbe erfolgen dürfe.

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