Katholische Hochschüler gegen "Utopische Forderungen"

Laut der Katholischer Hochschülerjugend Österreich (KHJÖ) müssen sich die Proteste der Studenten nun wieder "auf die wesentlichen Probleme an den Unis konzentrieren" und sich nicht in utopischen Forderungen verrennen.

Die Proteste müssen sich wieder “auf die wesentlichen Probleme an den Unis konzentrieren”, stellen die beiden KHJÖ-Vorsitzenden Simon Ebner und David Schellander fest. Auch von den ÖH-Fraktionen von links bis rechts erwartet sich die KHJÖ (Katholische Hochschuljugend Österreichs) den Sprung über den ideologischen Schatten und inhaltliche Zusammenarbeit: “Spätestens dann wird das Ministerium in einen Dialog auf Augenhöhe eintreten müssen”.

Eine Besetzung wie jene des Audimax der Universität Wien mag laut Simon Ebner geeignet sein, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen: “Danach muss aber auch konsequent an Lösungen gearbeitet werden”.

Ein Grundsatz jeder Bildungspolitik müsse sein, dass alle die Chance auf eine gute Ausbildung haben, betonen die KHJÖ-Vertreter. Jungen Menschen müsse die jeweils bestmögliche Ausbildung in hervorragenden Bildungseinrichtungen geboten werden. Die Finanzkraft der Eltern dürfe dabei keine Rolle spielen. “Jede und jeder soll das studieren können, was er oder sie will. Schließlich wird man nur einen Beruf gut ausüben können, den man gerne macht”, heißt es in der Stellungnahme. Die KHJÖ betont aber auch, dass Ausbildung ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes nicht wünschenswert ist.

Simon Ebner und David Schellander fordern “ordentliche Studienbedingungen” wie Fixplätze in Pflichtseminaren möglichst in Verbindung mit einem Sitzplatz im Hörsaal. Es gehe auch nicht an, ein halbes Jahr auf eine Betreuungsperson für die Diplomarbeit warten zu müssen. Die Universität müsse als Lebensraum betrachtet werden statt als Ort, “wo Studierende als bloße Bildungskonsumenten behandelt werden”.

Wichtig sei es, an Hochschulen über die eigentliche Fachausbildung hinaus noch zusätzliches Wissen und zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Blankes “Nutzwissen” dürfe nicht einfach vor breiteres “Bildungswissen” gestellt werden, fordert die KHJÖ. Demokratie lebe von selbständig denkenden, kritischen Menschen. Wenn junge Menschen während ihrer Ausbildung lernen, dass man nur mit sturem Lernen des Vorgegebenen Erfolg hat und “am besten mit dem Strom schwimmt”, werden sie “in der Sackgasse der Unselbständigkeit landen”, warnen die KHJÖ-Vorsitzenden. Die Universität dürfe auch ehrenamtlicher Betätigung “nicht die Luft nehmen vor lauter Anwesenheitspflicht und zunehmender Verschulung”.

Unabdingbar für echte Reformen sei der Sprung über den ideologischen Schatten. Ideologien dürften die Lösung von Sachproblemen nicht behindern. Ebner und Schellander fügten wörtlich hinzu: “Es ist möglich, dass Studierende mit den Studienbedingungen unzufrieden sind, und trotzdem noch immer nicht mit der kubanischen Revolution sympathisieren!”

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