Katarina Witt: "Im schönsten Alter"

Als Eiskunstläuferin holte Katarina Witt zwei olympische Goldmedaillen, wurde vier Mal Weltmeisterin, bekam zahlreiche Preise, und hat auch in den USA eine große Karriere gemacht.

Am Samstag feiert die Königin des Eises, die am 3. Dezember 1965 in Staaken bei Berlin geboren wurde, ihren 40. Geburtstag. Simone Pawlowski, Mitarbeiterin im Management von Witt, sagte nur, es gebe ein privates Fest für Freunde und die Familie, aber nichts für die Öffentlichkeit. Die in Chemnitz lebende frühere Trainerin von Witt, Jutta Müller, verriet immerhin, dass die Geburtstagsfeier in Berlin stattfinden werde, mehr aber auch nicht. „Ich wünsche ihr, dass sie gesund bleibt, ihre Vorhaben in Erfüllung gehen und ihr ganz persönliches Glück für sie in Erfüllung geht“, sagte die heute 76 Jahre alte Diplomsportlehrerin am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Zu DDR-Zeiten hieß das sächsische Chemnitz noch Karl-Marx-Stadt und dort begann für Katarina Witt ein Weg, der sie ganz nach oben führte. Nach Einschätzung von Müller ist sie die erfolgreichste Eiskunstläuferin überhaupt. Ihre Schülerin begann 1971 mit dem Eiskunstlauf in der Nachwuchsgruppe des „SC Karl-Marx-Stadt“ und kam ein Jahr später in die Ernst-Thälmann-Oberschule. „Mit zehn Jahren ist sie zu mir gekommen“, erinnerte sich Müller. Katarina war auf jeden Fall ein temperamentvolles und aufgewecktes Kind. Ihre Augen seien überall gewesen, und sie habe schon damals signalisiert, eines Tages eine große Sportlern werden zu wollen.

Witt selbst hatte später über die Grundlagen ihres Erfolges geschrieben: „Leistung, Leistung, nochmals Leistung.“ In keinem anderen Bereich der DDR-Gesellschaft sei das Leistungsprinzip derart konsequent und kompromisslos durchgesetzt worden wie im Sport. Das habe mit der Suche nach Talenten begonnen, sich bei der Förderung des Nachwuchses fortgesetzt und mit der Belohnung der Spitzenathleten geendet.

Die DDR wusste, was sie an ihrer Katarina Witt hatte. Sie bekam unter anderem den „Vaterländischen Verdienstorden“ in Gold und durfte 1988 als erste Sportlerin der DDR ein Engagement bei einer westlichen Eisrevue annehmen. Ein Jahr später bekam sie die Titelrolle in „Carmen on Ice.“ Zum bevorstehenden 40. Geburtstag sagte Katarina Witt der „Bild“-Zeitung: „Ich bin im schönsten Alter. Ich habe viel gelernt, und niemand kann mir noch etwas vormachen.“ Dass sie in ihrem Alter immer noch Single ist, stimme sie nicht traurig. „Ich habe nie an mir selbst gezweifelt, wenn eine Liebe nicht funktioniert hatte.“

Sie sei beziehungsfähig, versicherte Witt dem Blatt. „Ich lebe ein Leben, das ich mir exakt so ausgesucht habe“, sagte sie. „Ich habe Verantwortung nur für mich allein – für keinen Mann und kein Kind.“ Kinder habe sie nie abgelehnt, aber es habe sich einfach nie ergeben. Wenn sie allerdings ihre Nichten und Neffen oder die Kinder von Freundinnen sehe, entstehe eine gewisse Sehnsucht, sagte die Sportlerin, die für ihre herausragenden Leistungen als Profisportlerin 1995 in den USA den „Jim Thorpe Pro Sports Award“ als bisher einzige Deutsche erhielt.

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