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Karibik: 550 Tote nach Unwettern

Bei den schwersten Unwettern seit zehn Jahren sind in der Dominikanischen Republik und Haiti mehr als 550 Menschen ums Leben gekommen.

Wie der Sender Radio Metropole am Mittwoch meldete, starben allein in Haiti 358 Menschen. Der Zivilschutz in Santo Domingo bezifferte am Dienstagabend (Ortszeit) die Zahl der Toten in der dominikanischen Grenzstadt Jimani auf 195. Touristen kamen nach den vorliegenden Informationen nicht zu Schaden. Für Haiti ist es die schwerste Katastrophe seit dem Tropensturm „Gordon“ im Herbst 1994.

In Jimani bot sich am Mittwoch ein Bild der Verwüstung, und erst allmählich wurde das ganze Ausmaß der Tragödie deutlich. Viele der Opfer waren in der Nacht zum Montag von den Fluten im Schlaf überrascht worden. Tagelange Regenfälle hatten den sonst meist trockenen Rio Soleil zu einem reißenden Strom anschwellen lassen. Die Wassermassen entwurzelten Bäume, rissen Felsbrocken aus den Bergen mit und zerstörten mehr als 400 Häuser.

Überlebende durchwühlten mit bloßen Händen die Schlammmassen auf der Suche nach Vermissten. 107 Tote wurden am Dienstag ohne vorherige Identifizierung in einem Massengrab beigesetzt. „Um Epidemien zu vermeiden, müssen wir alle Toten so schnell wie möglich begraben“, sagte der Direktor der Nationalen Katastrophenkommission, Radhames Lora Salcedo. Unterdessen schickten Hilfsorganisationen und Bürgerkomitees Lebensmittel, Medikamente und Kleidung nach Jimani. Die dominikanischen Abgeordneten versprachen, ein Monatsgehalt für die Opfer zu spenden, und auch in New York, wo hunderttausende Dominikaner leben und arbeiten, wurden Hilfsgüter gesammelt. Am Mittwoch schien in Jimani schon wieder die Sonne.

Jimani liegt in einem öden Grenzgebiet abseits der Touristenstrände. Nahe des Ortes verläuft die Hauptstrecke von Santo Domingo in die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince. Doch im vorigen Jahr haben Reiseveranstalter wegen politischer Unruhen in Haiti alle grenzüberschreitenden Touren eingestellt.

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinentes, und wie in früheren Jahren verschärften die miserablen Lebensbedingungen wieder die Auswirkungen des Unwetters. In dem grenznahen Ort Fonds Verettes kamen laut Radio Metropole mindestens 158 Menschen ums Leben. Viele von ihnen hatten ihre Hütten in einem Flussbett gebaut, was schon bei früheren Hochwassern fatale Folgen hatte. US-Truppen flogen seit Dienstag per Hubschrauber Hilfsgüter nach Fonds Verettes. Die Soldaten sind Teil einer internationalen Friedenstruppe, die seit Ende Februar in Haiti stationiert ist.

Etwa 200 Tote gab es rund um Jacmel im Südosten Haitis. Die alte Hafenstadt mit einer sehenswerten Architektur liegt an einer schönen Karibikbucht. Doch ihre Lage wird ihr nach heftigen Regenfällen immer wieder zum Verhängnis. Wegen der Abholzung der umliegenden Berghänge ergießen sich dann die Wassermassen ungebremst ins Tal.

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