Kanadas Generalgouverneurin wird UNESCO-Beauftragte für Haiti

Die kanadische Generalgouverneu­rin Michaelle Jean wird nach Ablauf ihrer Amtszeit als Repräsentantin der Krone und Staatsoberhaupt im kommenden Herbst Sondergesandte der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) für Haiti.

Jean werde in dieser Funktion dazu beitragen, dass die internationale Gemeinschaft sich um Haitis dringenden Hilfsbedarf nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe vom Jänner mit zwischen 250.000 und 300.000 Todesopfern kümmere, erklärte der kanadische Premierminister Stephen Harper in Ottawa, als er die Entscheidung am Mittwoch bekanntgab.

Jean war 1957 in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zur Welt gekommen. Sie floh mit ihrer Familie aus dem Karibikstaat, als sie elf Jahre alt war. Später befasste sie sich als Journalistin in Dokumentarfilmen mit ihrem Herkunftsland und bemühte sich auch intensiv um die haitianische Kolonie in Kanada. 2005 wurde sie Generalgouverneurin und damit Statthalterin von Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt. Im Februar 2010 eröffnete sie die Olympischen Winterspiele in Vancouver.

Haiti hat laut einem Bericht des US-Senats seit dem schweren Erdbeben kaum Fortschritte beim Wiederaufbau gemacht. Zur Begründung wurden Führungsschwäche der haitianischen Regierung, Meinungsverschiedenheiten unter Geberländern und anderen Spendern über Vorgehensweise und Prioritäten sowie eine allgemein schlechte Organisation genannt.

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