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Kanada forciert Biotechnologie

Um die wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und hochrangige Experten im Land zu halten, investiert das Land Hunderte Millionen Dollar in die Forschungsinfrastruktur.

Gleichzeitig wurden umfangreiche Subventions-Programme für die Ansiedlung von Biotech-Startup-Firmen geschaffen. Die Kombination von Abgabenbegünstigungen des Bundes und der Provinzen kann nach Angaben des Industrieministeriums die echten Kosten pro 100 investierte Kanadische Dollar (64,6 Euro) bis auf 44 Dollar (28,4 Euro) verringern.

Wenn man den Umfragen glauben darf, gibt es in der Bevölkerung nur wenig Vorbehalte gegen Biotechnologie: Demnach sind über die Jahre zwei Drittel der Kanadier für und nur ein Drittel gegen den Sektor. „Strikt abgelehnt“ wird Biotech nach Angaben von Christopher MacLean von der kanadischen Botschaft in Wien nur von rund zehn Prozent. Und:
Vier von fünf Kanadiern möchten, dass ihr Land Weltführer auf dem Biotech-Sektor wird – was angesichts der Dominanz der USA trotz aller Investitionen allerdings schwierig zu erreichen sein dürfte. Fazit von Rainer Engelhardt, dem Chef eines Non-Profit-Centres zur Unterstützung von Biotech-Jungunternehmern (OBIC) in Ottawa: „Kanada beurteilt Biotechnologie deutlich freundlicher als zum Beispiel Deutschland und Österreich.“

Kein Wunder, dass sich der Sektor geradezu explosiv entwickelt hat: Gab es 1997 noch 227 Biotech-Unternehmen im dem Land, so waren es 2001 bereits 411, wie Genevieve Tanguay vom Centre Quebecois de Valorisation des Biotechnologies (CQVB) in Saint-Hyacinthe nahe Montreal bei einer Präsentation für eine österreichische Biotech-Mission von Wissenschaftern, Industrie und Journalisten berichtete. 42 Prozent der industriellen Einrichtungen betreffen laut Industrieministerium den Gesundheits- und Pharmabereich, 25 Prozent die Landwirtschaft und zehn Prozent Umweltlösungen. Der Sektor der biotechnologischen Nahrungsmittelproduktion macht acht Prozent aus.

Die Biotech-Industrie – stets eng verquickt mit universitären und anderen einschlägigen Forschungseinrichtungen – ist zwar quer über das riesige Land verteilt, aber thematisch zu Clustern zusammengefasst: Der Medizinbereich ist in den Regionen Montreal, Ottawa, Quebec City, Toronto samt London (Ontario), Edmonton, Vancouver und Halifax konzentriert. Der Agrarsektor wurde in Saskatoon (Saskatchewan) und in Guelph bei Toronto angesiedelt. Öko-Biotech-Zentren gibt es in Montreal, Toronto und Vancouver, der Bereich Aquakultur und Bio-Ressourcen ist in Halifax und in St. John im Osten des Landes vertreten.

Zur Erläuterung der Größenordnungen: Allein in Montreal gibt es mehr als 150 medizinische Biotech-Unternehmen. Zudem sind große multinationale Pharmafirmen mit ihren Forschungseinrichtungen vertreten. In Toronto gibt es über 110 Biotech-Firmen sowie bedeutende Forschungseinrichtungen an Spitälern und Instituten. Vancouver hat über 70 Biotech-Businesses, Saskatoon mit Schwerpunkt Agrar mehr als 100 Firmen und Organisationen. Die größten Biotech-Sektoren gibt es nach einer Statistik des Consulters Ernst & Young in der Provinz Quebec (rund 33 Prozent), knapp vor Ontario (31 Prozent) und British Columbia (19 Prozent – alles Werte auf Basis 2001).

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