Kampusch-Mutter beruft gegen Wiederaufnahme des Verfahrens

Der Kläger, der pensionierte Richter Martin Wabl, sei nun am Zug. Ein möglicher Prozess fände erst im Herbst statt.

Natascha Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, hat gegen eine Wiederaufnahme des Unterlassungsverfahrens Berufung eingelegt, teilte Gerichtssprecher Friedrich Moshammer auf APA-Anfrage mit. Das Bezirksgericht Gleisdorf hatte der Klage des pensionierten Richters Martin Wabl stattgegeben, der die unbewiesene Theorie vertritt, Sirny habe etwas mit der Entführung ihrer Tochter zu tun gehabt. Nun hat Wabl einen Monat lang Zeit, sich dazu zu äußern.

Martin Wabl war per Gerichtsurteil untersagt worden, seine Entführungstheorien weiterhin zu äußern. Doch er klagte seinerseits auf Wiederaufnahme des Verfahrens, da seiner Meinung nach einige Beweise und Zeugen nicht berücksichtigt worden war. Er bekam beim Bezirksgericht Gleisdorf Recht und möchte, dass seine Zeugen – darunter auch Natascha Kampusch – gehört werden.

Brigitta Sirny hat dagegen Berufung eingelegt. Martin Wabl hat nun seinerseits vier Wochen Zeit, sich dazu zu äußern. Dann muss das Landesgericht für Zivilrechtssachen entscheiden, ob der Fall neu aufgerollt wird oder nicht. Ein möglicher Prozess könnte frühestens im Herbst stattfinden.

Natascha Kampusch war am 2. März 1998 in Wien im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt worden und mehr als acht Jahre in der Gewalt ihres Kidnappers. Am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht, ihr Entführer nahm sich am selben Tag das Leben. Die Geschichte einer geraubten Jugend wurde zum Medienereignis des Jahres.

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