Kamerun: Präsident wiedergewählt

Der seit 22 Jahren amtierende Präsident von Kamerun, Paul Biya, ist für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt worden. Der 71-Jährige erhielt bei der Wahl am Montag über 75 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Dies berichtete der staatliche Rundfunk am Freitag aus der ehemals deutschen Kolonie. Die Opposition hatte der Regierung mehrfach Wahlfälschung vorgeworfen. Internationale Beobachter schätzten die Wahl dagegen als weitgehend fair ein.

Biyas aussichtsreichster Herausforderer, Fru Ndi, kam auf etwa 17 Prozent der Stimmen. Die Opposition hatte sich während des Wahlkampfs nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Biya gilt als Staatschef, der sich eher rar macht und vermutlich aus gesundheitlichen Gründen viel Zeit im Ausland verbringt. Er soll in den vergangenen fünf Jahren nur an zwei Kabinettssitzungen teilgenommen haben. Sein Land mit etwa 16 Millionen Einwohnern regiert er mit Hilfe der Polizei und der ihm nahe stehenden Gemeindechefs.

Kamerun ist eines der Länder, das besonders am Erbe der Kolonialzeit zu tragen hat. Erst war es eine deutsche Kolonie, dann teilten die Briten und Franzosen es unter sich auf. Seit dieser Zeit gibt es eine frankophone Mehrheit. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung spricht Englisch. Zudem hat Kamerun mehr als 130 Volksgruppen, die wiederum eigene Sprachen sprechen.

In den vergangenen Jahren kam Kamerun – außer wegen seiner Weltklasse-Fußballspieler – vor allem in Verbindung mit Öl in die Schlagzeilen. Nach einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag steht Kamerun die ölreiche Halbinsel Bakassi zu, die derzeit von Nigeria besetzt ist. Der Termin zur Rückgabe der Insel an Kamerun verstrich jedoch im September, ohne dass die nigerianischen Soldaten aus Bakassi abgezogen wären.

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