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Kambodscha: General wegen Mordes verhaftet

Acht Jahre nach der Ermordung von drei Touristen aus Großbritannien, Frankreich und Australien ist in Kambodscha ein General wegen dieses Verbrechens verhaftet worden.

Das verlautete am Mittwoch aus Militärkreisen in Phnom Penh. General Sam Bith war ein Kommandant der Roten Khmer, bevor er zur Regierungsarmee überlief. Die drei Ausländer, der Franzose Jean-Michel Braquet, der Australier David Wilson und der Brite Mark Slater im Alter zwischen 28 und 30 Jahren, waren 1994 auf einer Bahnfahrt in der Provinz Kampot bei einem Überfall der Roten Khmer zunächst als Geiseln genommen worden. Nach drei Monaten ergebnisloser Verhandlungen mit der Regierung in Phnom Penh wurden sie von ihren Entführern umgebracht.

Die Vereinten Nationen hatten im Februar die Verhandlungen mit der kambodschanischen Regierung über die Einrichtung eines internationalen Völkermord-Strafgerichtshofes für die Verantwortlichen der Diktatur der Roten Khmer abgebrochen. Die UNO begründete dies damit, dass die Unabhängigkeit und Objektivität des geplanten Tribunals nicht gewährleistet wären. Das vom kambodschanischen Parlament beschlossene Gesetz über die Schaffung des Tribunals war im August des Vorjahres von König Norodom Sihanouk unterzeichnet und in Kraft gesetzt worden.

Der Gerichtshof soll in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Verbrechen des Terrorregimes aufklären, dem zwischen 1,5 und zwei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Mit chinesischer Hilfe herrschten die Roten Khmer unter ihrem Führer Pol Pot von 1975 bis 1979 mit brutaler Gewalt und versuchten das Land in eine kollektivistische Agrargesellschaft umzuwandeln. Die Angehörigen der Intelligenz wurden systematisch ausgerottet.

Die vietnamesische Armee marschierte Ende 1978 in das Nachbarland ein, eroberte am 7. Jänner 1979 die Hauptstadt Phnom Penh und stürzte das Schreckensregime. Die Roten Khmer zogen sich daraufhin in den Dschungel zurück und erhielten auch vom Westen Hilfe. Pol Pot (eigentlich Saloth Sar), genannt „Bruder Nummer 1“, starb 1998 in einem Dschungelversteck nahe der thailändischen Grenze. Zahlreiche Führer der Roten Khmer wie der ehemalige nominelle Präsident Khieu Samphan und Ex-Außenminister Ieng Sary sind nach einem Abkommen mit der Regierung auf freiem Fuß.

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