Kaffee wird lange vor dem Mindesthaltbarkeitsdauer "schlecht"

Studie der Uni Wien empfiehlt gesetzliche Regelungen und Angabe des Röstdatums
Studie der Uni Wien empfiehlt gesetzliche Regelungen und Angabe des Röstdatums ©SXC
Um die Mindesthaltbarkeitsdauer von Kaffee ist es offenbar schlecht bestellt.

Laut einer Studie des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien zeigt gemahlener Kaffee nach neun Monaten deutliche Zeichen von aromatischer Ermüdung, während unerwünschte Geschmacksnoten in den Vordergrund treten. Nachdem auf den meisten Verpackungen eine Mindesthaltbarkeitsdauer zwischen zwölf und 24 Monaten angeführt ist, empfiehlt die Studie nun gesetzliche Regelungen sowie die Angabe des Röstdatums.

Im Rahmen der Untersuchung, die unter dem Titel “Veränderung der sensorischen Eigenschaften von Kaffee während einer Lagerung von 18 Monaten” firmierte, habe sich gezeigt, dass es bereits innerhalb der erlaubten Mindesthaltbarkeitsdauer zu einer nachteiligen Entwicklung der Genussqualität kommt, so das Österreichische Kaffee-Institut. Nach 18 Monaten steige die Intensität der “negativ behafteten Attribute, die auf die Oxidationsvorgänge hindeuten”.

Studie empfiehlt gesetzliche Regelungen

Bei Kaffee gibt es laut dem Institut keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen für die Festlegung der Mindesthaltbarkeit. Die Resultate der Studie zeigten jedoch, dass “bereits nach neun Monaten die positiv assoziierten Geruchs- bzw. Flavour Attribute, wie brew-like, röstig und fruchtig als auch der süße Geschmack an Intensität verloren haben.

Die Ausprägung der negativ behafteten Geruchs- und Flavour Attribute, wie verbrannt/rauchig, holzig, erdig, heuartig, abgestanden, ein bitterer Geschmack und Nachgeschmack sowie die Adstringenz sind signifikant gestiegen. Nach 18 Monaten konnte sogar der ranzige Geruch und Flavour deutlich wahrgenommen werden”.

Für den “perfekten” Kaffee-Genuss geben die Experten folgende Tipps:

Kennzeichnung: Sorten und Herkunftsland beachten.

Verpackung: Auf eine luft- und aromadichte Verpackung achten (gilt für ganze und gemahlene Bohnen).

Lagerung: Den Kaffee kühl, trocken und in luftdicht verschlossenen Gefäßen lagern.

Verbrauch: Kaffeebohnen (in Papierverpackung) sollten innerhalb von sechs Wochen, gemahlener Kaffee innerhalb von 14 Tagen aufgebraucht werden.

Mahlgrad: variiert je nach Zubereitungsart. Fein für türkischen Mokka oder Espresso, gröber für Filterkaffee.

Brühtemperatur: max. 95 Grad; ist das Wasser zu kalt, schmeckt der Kaffee zu säuerlich; ist das Wasser zu heiß, schmeckt er bitter.

Zubereitung: Optimal zubereiteter Kaffee ist aromatisch, hat Säure, ohne sauer zu schmecken und schmeckt weder bitter noch verbrannt.

Geschmack: Frisch gemahlener und gleich zubereiteter Kaffee schmeckt am besten.

Sofortiger Genuss: Fertigen Kaffee nicht warm halten.

Perfekter Abgang: “Den könnte ich auch ungesüßt trinken”

(APA)

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