Kärntner Spitalsärzte lehnen Angebot des Landes ab

LH Kaiser bedauerte die "starre Haltung"
LH Kaiser bedauerte die "starre Haltung"
Die Kärntner Spitalsärzte haben bei einer Gesprächsrunde über ihre Gehaltsforderungen am Freitag das finanzielle Angebot des Landes von plus 15 Prozent auf die Grundgehälter abgelehnt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bedauerte die "starre Haltung" der Standesvertretung. Bleiben beide Seiten hart, droht ein Arbeitskonflikt. Die Ärzte fordern eine Anhebung der Grundgehälter um 30 Prozent.


Damit sollen die Einkommensverluste ausgeglichen werden, die durch die Reduzierung der Arbeitszeit von derzeit bis zu 72 Stunden auf 48 Stunden pro Woche entstehen würden. “Wir haben finanziell das absolute Maximum angeboten, mehr kann sich das Land angesichts der Situation und dem einzuhaltenden Stabilitätspakt einfach nicht leisten”, sagte Kaiser. Die Mehrkosten bezifferte er mit 13,5 Millionen Euro pro Jahr, durchschnittlich würde jeder Mediziner rund 11.000 Euro brutto jährlich mehr bekommen. Man habe zudem zahlreiche flankierende Maßnahmen zur Attraktivierung des Berufs ausgearbeitet, der Gesprächspartner sei aber von der Maximalforderung nicht abgerückt.

Der Kärntner Ärztekammerpräsident Josef Huber bezeichnete das Angebot des Landes Kärnten zu Gehaltserhöhungen als völlig unzureichend. Durch die Aufteilung des 15-prozentigen Plus auf vier Jahre ohne Inflationsabgeltung bliebe nach Abzug der nicht veröffentlichten Einschränkungen “nicht viel übrig”, sagte Huber in einer Aussendung.

Zudem solle ein Drittel der durch die Anpassung entstehenden Kosten durch Umstrukturierungen im ärztlichen Bereich eingespart werden, meinte Huber. In der Öffentlichkeit werde da versucht, einen ganz anderen Eindruck zu erwecken. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) würde mangelndes Bewusstsein für die Probleme der angestellten Ärzte beweisen, so Huber.

Der Vorstand der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft, Arnold Gabriel, betonte indes, zusätzlich zum angebotenen erhöhten Ärztegrundgehalt würden die Honorare der Ärzte durch eine bereits ausverhandelte Steigerung der Privatversicherungsgebühren von derzeit neun auf insgesamt 17 Millionen Euro steigen, die unter der Ärzteschaft aufgeteilt würden. Gabriel: “Das bedeutet eine Verdoppelung für den Mittelbau.”

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