Kabul: Karsai gibt Kandidatur bekannt

Der afghanische Präsident Hamid Karsai (Karzai) hat seine Kandidatur für die erste freie Präsidentenwahl am 9. Oktober offiziell bekannt gegeben.

Zugleich teilte der bisherige Erziehungsminister Mohammad Younis Qanoni am Montag mit, auch er werde für die Präsidentschaft kandidieren. Qanoni dürfte von dem mächtigen Karsai-Widersacher und bisherigen Verteidigungsminister Mohammad Kasim Fahim unterstützt werden. Qanoni und Fahim sind prominente Führer der Nordallianz gewesen.

Am Montag endete die Frist für die Einreichung der Unterlagen für eine Kandidatur. Rund 20 Kandidaten bewerben sich um das Amt, darunter eine Frau. Die meisten gelten als chancenlos. Karsai stellte im Präsidentenpalast in Kabul auch die Mannschaft vor, mit der er in die Wahl gehen will. Als erster Vizepräsident ist Ahmed Zia Massud, vorgesehen, der Bruder des Anfang September 2001 ermordeten Volkshelden und Nordallianz-Kämpfers Ahmed Shah Massud.

Karsai kündigte an, in den kommenden Tagen sein Programm vorzustellen. Der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad sprach angesichts der Kandidaturen von einem Meilenstein für Afghanistans Weg in eine demokratische Zukunft. „Trotz der Versuche, diesen positiven und wichtigen Fortschritt zum Entgleisen zu bringen, ist Afghanistan vorangeschritten.“

Die radikalislamischen Taliban haben für die Zeit vor der Wahl verstärkte Anschläge angekündigt. Bisher haben sich rund 8,1 Millionen der 10,5 Millionen wahlberechtigten Afghanen als Wähler registrieren lassen. Die NATO hatte am Freitag eine Aufstockung der Internationalen Schutztruppe ISAF, die derzeit rund 6500 Soldaten umfasst, um insgesamt 1900 Soldaten zugesagt.

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