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Justin Bieber: Never Say Never

Föhnfrisur und Hyperventilation: Mischung aus Konzertmitschnitt, Familienvideo und Huldigungs-Doku - Der Teenie-Star und seine kreischenden Fans - Österreich-Start am 11. März.
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Wien (APA) Am schönsten ist die Superzeitlupe des zum Markenzeichen gewordenen Schüttelns seiner Pilzkopf-Frisur: Justin Bieber, neu verföhnt. Diesen Passagen des Films “Justin Bieber: Never Say Never” kommt bereits historischer Charakter zu: Im Februar hatte der Teenie-Star einen Haarschnitt gewagt und damit wohl Teile seiner Fangemeinde um den Verstand gebracht. Weil Schulmädchen eher selten über jene fast 30.000 Euro verfügen, um die jüngst eine Bieber’sche Haarlocke versteigert wurde, rückt ihr Idol ihnen ab Freitag (11. März) im Kino zum Greifen nahe. In 3D nämlich.

Obwohl dreidimensionale Effekte genau genommen einen sehr begrenzten Teil des Films von Jon Chu ausmachen: Nur die Konzertfilm-Passage. Biebers Konzert im New Yorker Madison Square Garden, das in 22 Minuten ausverkauft war, bildet den Kern der Doku und wartet mit eindrucksvollen Bildern ausflippender Menschenmassen auf. Von dort gibt es reihenweise Rückblicke auf die Kindheitstage des Stars, der am 1. März seinen 17. Geburtstag feierte. Weil Mami und Papi (die ebenso wie die Großeltern und die Nachbarn in Interview-Ausschnitten mit Augenzeugenberichten über die frühen Talentbeweise des Musikers zu Wort kommen) die Familienvideos einst nur in herkömmlicher Technik drehten, springen einem hier lediglich die Inserts ins Gesicht.

Einige Kunstgriffe sollen einen Countdown zum New Yorker Konzert inklusive – schluck, äh, schluchz! – sich anbahnender Stimmbandentzündung spannend machen. Angesichts ständiger Aufnahmen ebendieses Konzerts wirkt dies allerdings dramaturgisch nicht wirklich durchdacht.

Wer nicht bereits Fan des Mainstream-Pops des jungen Kanadiers ist, wird durch diesen Film sicher nicht dazu. Wer gerne Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 am Rand des Nervenzusammenbruchs in Großaufnahme beim Hyperventilieren zusieht, bekommt in “Never Say Never” dagegen reichlich Stoff geliefert. Und natürlich bietet die Doku auch Material für eine märchenhafte Erfolgsstory im Social Media Zeitalter. Statt bei Produzenten mühsam Klinken putzen zu gehen, lädt man heutzutage ein paar Clips hoch und wartet auf Etablierung einer Fangemeinde und Entdeckung durch einen Manager (der in diesem Fall Scott “Scooter” Braun heißt). Zündet YouTube den Raketenantrieb der Karriere, kommt der Studiotermin bei Usher ganz von selbst.

Das ist natürlich ebenfalls ein Märchen. Zwischen all den begeisterten Fans und tollen Auftritten sieht man den Burschen auf der beinharten Ochsen-Tour durch die Privatradiostationen der USA. Man sieht ihn backstage, gezeichnet von den Tour-Strapazen. Man sieht ihn bei – Kinderarbeit, wie es seine die Mutterrolle übernehmende Stimm-Trainerin etwas nobler umschreibt.

In den USA startete der Film sensationell. Hierzulande dürfte das Gedränge an den Kinokassen überschaubar bleiben. Und um Justin Bieber live zu sehen, müssen österreichische Fans in den kommenden Wochen schon nach Oberhausen (26. März) oder Zürich (8. April) ausweichen. (APA/Wolfgang Huber-Lang)

www.justinbieberneversaynever.de 

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