Jungjournalisten üben Kritik an ORF-Arbeitsverhältnissen

Bei der Kritik geht es um ORF-Arbeitsverhältnisse.
Bei der Kritik geht es um ORF-Arbeitsverhältnisse. ©APA/HANS PUNZ (Symbolbild)
Kritik an Arbeitsverhältnissen kommt von zahlreichen jungen Journalistinnen sowie Journalisten des ORF. Sie wird in einem Brief an die Generaldirektion vorgebracht.

"Für viele Mitarbeiter:innen in prekären Vertragsverhältnissen ist die derzeitige Situation im gesamten Unternehmen untragbar", heißt es in dem Schreiben, das vom "Dossier"-Journalisten Ashwien Sankholkar auf Twitter veröffentlicht wurde. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kündigte gegenüber der APA zeitnahe Lösungen an.

ORF-Journalisten unzufrieden mit Verträgen

Zwar werde immer wieder die Relevanz junger Mitarbeitender betont, um das Unternehmen zukunftsfit zu machen, "doch die Lösung kann nicht nur in der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte liegen - vielmehr ist es dringend notwendig, faire Arbeitsverhältnisse für bereits seit Jahren im ORF tätige Mitarbeiter:innen zu schaffen", steht in dem Brief. Die jungen ORF-Mitarbeiter bemängeln unter anderem Verträge, die nicht ihren redaktionellen Tätigkeiten entsprechen, Honorare, die lediglich ein Leben am Existenzminimum oder darunter zulassen, Willkür bei den Fixanstellungen oder eine "unfaire und für uns unerklärliche Kluft zwischen Fernseh- und Hörfunkhonoraren".

ORF-Journalisten wünschen sich Fairness

Ihr Arbeitsalltag sei von "Unsicherheit, struktureller Benachteiligung gegenüber anderen Kolleg:innen und Perspektivenlosigkeit für unsere langfristige Lebensplanung" geprägt. "Dieses absurde Vorgehen wird dem größten und wichtigsten Medienunternehmen Österreichs einfach nicht gerecht", schreiben die Jungjournalisten und fordern klare, planbare und faire Arbeitsverhältnisse mit einer Entlohnung, die ihren Kompetenzen und ihrer Arbeitsleistung entsprechen.

ORF-Chef Wrabetz stellt Lösungen in Aussicht

"Es war prinzipiell gut, dass die betroffenen Mitarbeiter in Arbeitsverhältnissen jenseits der restriktiven Aufnahmekriterien angedockt haben. Aber jetzt muss die Situation geregelt werden. Das war und ist im Laufen", sagte ORF-Chef Wrabetz zur APA. Der Großteil der Fälle - manche der Journalistinnen und Journalisten schilderten mit Fallbeispielen ihre Situation - werde bis zum Ende des 3. Quartals gelöst sein, kündigte Wrabetz an. Hinsichtlich Freier Radiomitarbeiter sei die Situation komplex. "Aber auch da müssen wir schauen, pragmatische Lösungen zu finden", so der ORF-Generaldirektor, der betonte, seit längerem mit Christiana Jankovics aus dem ORF-Zentralbetriebsrat in Verbindung zu stehen.

"Wer für den ORF arbeitet, muss auch davon leben können"

Das Schreiben gelangte auch an die wichtigsten Bewerber und Bewerberinnen für die ORF-Generaldirektorenwahl am 10. August. "Für den Fall, dass ich nächste Woche zum Generaldirektor gewählt werden würde, würde ich mir natürlich jeden einzelnen Fall sehr genau anschauen", teilte ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann gegenüber Sankholkar schriftlich mit. So etwas dürfe keinesfalls auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden. "Mein Prinzip ist: Wer für den ORF arbeitet, muss auch davon leben können", so Weißmann. Auch ORF-1-Channelmanagerin Lisa Totzauer und ORF-Technik-Vizedirektor Thomas Prantner kündigten gegenüber dem "Dossier"-Journalisten an, die Missstände beseitigen zu wollen.

(APA/Red)

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