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Junge Mutter stach Freund nieder

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21-Jährige machte „Todesangst um meine Kinder“ geltend - Freispruch: für Gericht war Tat „eine Reaktion, die man einer Mutter von zwei Kleinkindern absolut zubilligen muss.

Am 21. November stach eine 21-jährige Mutter in ihrer Wohnung in Wien-Simmering ihren Freund nieder. Der um ein Jahr ältere Mann wurde schwer verletzt. Unter anderem wurde seine Lunge beschädigt. Eine Notoperation rettete ihm das Leben. Wäre er nur fünf Minuten später im Spital erschienen, hätte das nach Ansicht der Ärzte auch anders ausgehen können. Heute, Mittwoch, musste sich die Frau wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung im Straflandesgericht verantworten. Sie wurde rechtskräftig freigesprochen.

“Notwehr”

Richter Johannes Jilke billigte der jungen Mutter nämlich Putativnotwehr bzw. Nothilfe zu. Ihrer Aussage nach hatte es mit ihrem Freund einen heftigen Streit gegeben, wobei sie am Ende die Beziehung für beendet erklärte und ihn aus der Wohnung wies. Darauf hin soll er geschrien haben: „Bevor du mit mir Schluss machst, bring ich dich und deine Kinder um!“

Dann soll sich der 22-Jährige umgedreht haben und schnurstracks auf das Kinderzimmer zu gegangen sein, in dem sich die vier und zweieinhalb Jahre alten Sprösslinge der Frau befanden. „In dem Moment hab’ ich wirklich geglaubt, er macht seine Drohung wahr. Ich hab’ ihn in den sechs Monaten, in denen wir z’samm waren, nie so aggressiv gesehen. Er ist komplett ausgerastet. Ich hab’ Todesangst um meine Kinder gehabt“, erklärte die Mutter in der Verhandlung.

Stiche in den Rücken

Sie ergriff ein neben der Fritteuse liegendes Messer und lief dem Mann hinterher: „Ich hab’ noch ein paar Mal ’Bitte nicht!’ gerufen. Aber er ist weiter gegangen.“ Sie stach ihm ein Mal kräftig in den Rücken: „Ich hab’ keine andere Möglichkeit gesehen.“

Als sich der 22-Jährige umwandte, versetzte sie ihm einen weiteren Stich in den Oberarm. Danach ließ sie das Messer fallen und verständigte per Telefon seinen Stiefvater, der den Schwerverletzten ins Krankenhaus brachte. Während dieser behandelt wurde, ging die Täterin ins nächste Wachzimmer und erstattete Selbstanzeige.

Angst um die Kinder

Sie habe „aus Angst um ihre Kinder zu einem adäquaten Mittel gegriffen und dieses adäquat eingesetzt“, stellte der Richter nun fest. Die Frau, deren Verantwortung er als „deutlich nachvollziehbar“ einstufte, habe sich nicht auf die Hoffnung verlassen können, „dass er (ihr Freund, Anm.) nichts tut“. Die Messerstiche waren für ihn eine „Reaktion, die man einer Mutter von zwei Kleinkindern absolut zubilligen muss“.

Sechs Monate bedingt für den Ex

Demgegenüber wurde ihr nunmehriger Ex-Freund für die ausgestoßene Drohung wegen versuchter Nötigung zu sechs Monaten bedingt verurteilt.

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