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Junge Menschen sind besondere "Zahlungsmuffel"

Auch die Zahlungsfähigkeit leidet unter der Wirtschaftskrise. Junge Menschen haben besonders häufig Probleme mit der Rückzahlung ihrer Schulden. Wien führt die Liste der "Zahlungsmuffel" mit 26 Prozent an.
Während 33 Prozent der säumigen Schuldner zwischen 21 und 30 Jahre alt sind und 11 Prozent unter 20, beträgt dieser Anteil bei den über 60-Jährigen nur 5 Prozent. Dies geht aus einer Untersuchung des österreichischen Marktführers der Inkassobranche, IS Inkasso Service, hervor, derzufolge durch die Wirtschaftskrise auch die Zahlungsfähigkeit leidet. Dass Niederösterreich trotz der Größe des Bundeslandes relativ wenig “Zahlungsmuffel” aufweist, erklärt IS-Inkasso-Geschäftsführer Erwin Baminger gegenüber APA mit der ländlichen Struktur: “Das Gefälle Stadt-Land ist auf die Anonymität in der Stadt zurückzuführen.”

Für die Jüngeren stelle das pünktliche Bezahlen einer Rechnung “keine Tugend mehr” dar, so Baminger am Mittwoch: “Die Werteeinstellung hat sich in diesem Bereich stark verändert.” Zudem würden Junge mehr konsumieren als Ältere. Oft könnten sie wegen der niedrigeren Einkommen ihre Ausgaben nicht finanzieren. Erschwerend kämen jetzt noch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise dazu.

Ältere Menschen zahlen rascher: Auf die 51- bis 60-Jährigen entfallen nur 9 Prozent der nachlässigsten Zahler, bei den 41- bis 50-Jährigen sind es 19 Prozent und bei den 31- bis 40-Jährigen 23 Prozent. Frauen sind bessere Zahler: Laut der Erhebung sind 61 Prozent der säumigen Schuldner Männer und nur 39 Prozent Frauen.

Im Bundesländervergleich fällt auf, dass Niederösterreich trotz seiner Größe nur 15 Prozent der Zahlungsmuffel aufweist, während auf Oberösterreich 22 Prozent und auf Wien 26 Prozent entfallen. Mit jeweils 6 Prozent Anteil finden sich in Kärnten, Salzburg und Tirol deutlich weniger Zahlungsunwillige, doch deckt sich das weitgehend mit der Einwohnerzahl. Die ländliche Bevölkerung lege auf rechtzeitige Schuldentilgung größeren Wert.

Durch die Wirtschaftskrise werde es “schwieriger, die Forderungen bei den säumigen Schuldnern einzubringen”, sagt Baminger. Durch die geringere Zahlungsmoral und Zahlungsfähigkeit werde auch die Einbringungsquote kleiner. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könnten sich Unternehmen aber keine Forderungsausfälle leisten, da dies in hohem Maß die eigene Liquidität gefährde.

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