Jose Carreras: Verleihung der Ehrenmedaille in Wien

Jose Carreras in Wien.
Jose Carreras in Wien. ©APA
Der 64-jährige spanische Tenor Jose Carreras erhielt am Donnerstag im Rathaus aus den Händen von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) die Wiener Ehrenmedaille in Gold.
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Das Wiener Publikum und Jose Carreras stehen zusammen”, streute Mailath-Pokorny dem Geehrten Rosen.

Der nächste größere Auftritt steht dann am Freitagabend an. Im Wiener Konzerthaus präsentiert der Tenor sein neues Programm unter dem Titel “Liebe, Leidenschaft, Romantik”. Dafür hat Carreras, der 2004 bis dato das letzte Mal in einer Oper auftrat, seine Lieblingslieder und Arien zusammengestellt, wobei er vom Orchester der Volksoper Wien unter David Gimenez und der Sopranistin Sylvia Schwartz begleitet wird.

Viel Laudatio für Jose Carreras

Zunächst stand jedoch die Rathaus-Ehrung am Stundenplan von Jose Carreras. “Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenige Brücken”, zitierte Laudator Dominique Meyer Isaac Newton: “Sie machen das Gegenteil.” Carreras habe stets die Ziele, nicht die Widerstände im Auge.

Und dieses Engagement werde zurecht geehrt, zumal Carreras vermutlich alle Auszeichnungen der Welt bekommen habe: “Wenn Sie sie alle tragen, sähen Sie aus wie ein alter Sowjetmarschall.” Zugleich sei gerade Wien Carreras immer sehr verbunden, zumal er alleine an der Staatsoper 138 Mal in 22 Rollen gespielt habe.

“Ich freue mich sehr, eine Ehrung von einer Stadt zu bekommen, die ich vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen habe”, zeigte sich Jose Carreras ob der Würdigung gerührt. “Ich wurde hier vom ersten Moment an mit Respekt behandelt und akzeptiert”, erinnerte sich der Tenor an seine ersten Auftritte in der Bundeshauptstadt. Und er hoffe, dass die Wiener ihm auch weiterhin diese Sympathie entgegenbrächten, denn eines sei für ihn klar: “Ich werde auch in der Zukunft als Besucher des öfteren wiederkommen.” 

Vom Chemiker zum Tenor an der Oper

Geboren wurde Jose Carreras am 5. Dezember 1946 in Barcelona unter dem Namen Josep Carreras i Coll. Sein Vater Josep Carreras Soler wurde als Republikaner vom Franco-Regime verfolgt, weshalb die Familie 1951 nach Argentinien emigrieren musste, nach einem Jahr aber wieder zurückkehrte, worauf der einstige Gymnasiallehrer Carreras Senior als Verkehrspolizist arbeitete.

Sohnemann Jose studierte zunächst Chemie, bevor er 1963 zum Gesang wechselte. Sein Debüt feierte er 1970 in Barcelona in Verdis “Nabucco”. Es folgte ein schneller Aufstieg mit Engagements an der Madrider Oper, Gastspielen an der New Yorker City Opera, in Buenos Aires, an der Met und nicht zuletzt der Wiener Staatsoper.

Den Aufstieg zur weit über die Klassikgemeinde bekannten Persönlichkeit erfolgte allerdings 1990, als im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft Jose Carreras gemeinsam mit Placido Domingo und Luciano Pavarotti das Trio “Die drei Tenöre” formierte. Die drei Stars dominierten hinfort für Jahre das weltweite Klassikbusiness.

Drei Jahre vor dem Startschuss für “Die drei Tenöre“, 1987, hatte Jose Carreras noch einen Tiefpunkt erleben müssen, als bei ihm lymphatische Leukämie diagnostiziert wurde. Dank einer Knochenmarktransplantation konnte sich der Sänger jedoch ungeachtet schlechter Prognose wieder erholen und seine Karriere fortsetzen. Seit dieser Zeit unterstützt Jose Carreras mit seiner eigenen Stiftung die Leukämieforschung.

Jose Carreras erhielt die Ehrenmedaille

(apa)

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