"Jett war autistisch"

Der Prozess um die angebliche Erpressung von John Travolta hat es in sich: Der Schauspieler musste nun vor Gericht über den Tag aussagen, an dem sein Sohn starb. Und Travolta gab erstmals zu, dass Jett tatsächlich Autist war. Bisher hatte der fanatische Scientology-Anhänger die Krankheit stets geleugnet.

Es war der 2. Jänner 2009. Vier Tage zuvor war John Travolta mit Ehefrau Kelly Preston, seinen Kindern Jett und Ella (siehe Foto) sowie vier Angestellten in seinem Ferienhaus auf den Bahamas angekommen. Um 10 Uhr 15 morgens wurde der Schauspieler von einem der männlichen Kindermädchen geweckt; Jett war zusammengebrochen … und die Tragödie nahm ihren Lauf.

25 Millionen

Die Ereignisse dieses Tages werden die Travoltas wohl nie vergessen – und mussten sie nun zudem noch einmal detailliert wiedergeben. Denn John Travolta ist Zeuge in einem Prozess um zwei angebliche Erpresser: Rettungssanitäter Tarino Lightbourne und seine Anwältin Pleasant Bridgewater sind angeklagt, den Schauspieler erpresst zu haben und stehen daher auf den Bahamas vor Gericht.

Lightbourne war derjenige Fahrer, der Jett am 2. Jänner ins Krankenhaus gebracht hatte; der bekennende Scientologe John Travolta habe allerdings verlangt, dass sein Sohn in ein Spital in den USA geflogen werde und ein diesbezügliches Dokument unterschrieben. Für die Herausgabe dieses Schreibens wollten der Sanitäter und seine Anwältin später angeblich 25 Millionen von dem Hollywoodstar erpressen (siehe auch Artikel dazu).

Überraschende Aussage

Nun erschien John Travolta, gekleidet in einem schwarzen Anzug, in Begleitung seiner Frau und einiger anderer Scientologen vor dem Hohen Gericht in der Hauptstadt Nassau. Und zum ersten Mal erklärte der 55-Jährige öffentlich, sein Sohn sei schwer krank gewesen: “Er war autistisch. Er litt an Krampfanfällen.” Die Krämpfe kamen jeden fünften bis zehnten Tag und dauerten bis zu einer Minute. Üblicherweise schlief Jett nach einem Anfall 12 Stunden.

Bisher hatte es stets offiziell geheißen, Jett Travolta litt am Kawasaki-Syndrom, einer Autoimmunerkrankung, die durch Allergien auf Umweltgifte und Reinigungsmittel hervorgerufen wird. Behandelt wurde ihr Sohn laut Kelly Preston mit einem scientologischem Entgiftungsprogramm. Neurologisch Kranke gelten nämlich in der scientologischen Lehre als minderwertig; an ihrem Zustand seien sie selbst schuld, denn ihre Krankheit sei rein psychosomatisch bedingt …

“Zeit war knapp”

Die Aussage Travoltas vor Gericht kam daher durchaus überraschend. Zudem gab der Schauspieler auch zu, dem Fahrer des Rettungswagens aufgetragen zu haben, seinen bewusstlosen Sohn nicht ins Krankenhaus zu bringen, sondern ihn zum Flughafen zu transportieren. Der Sanitäter, Tarino Lightbourne, übergab ihm darauf das besagte Dokument, das er unterschrieb, ohne es zu lesen: “Die Zeit war knapp”, so John Travolta.

Warum Jett letztendlich doch ins Nassauer Krankenhaus gebracht wurde, wo nur noch sein Tod festgestellt werden konnte, das kam am ersten Prozesstag noch nicht heraus und wird noch zu klären sein. Auch der eigentliche Erpressungsversuch wird erst Thema der Verhandlung werden. Auf John Travolta werden auch noch einige unangenehme Fragen zukommen – unter anderem, wie sein Sohn tatsächlich behandelt wurde.

Fortsetzung folgt bestimmt …

(seitenblicke.at/Foto: AP)

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