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Jemen: Zwei Todesurteile im "USS Cole"-Prozess

Ein Gericht im Jemen hat am Mittwoch zwei Mitglieder der Terror-Organisation von Osama bin Laden, Al Kaida, wegen des Anschlags auf das amerikanische Kriegsschiff "USS Cole" im Jahr 2000 zum Tode verurteilt.

Vier weitere Mitglieder der Organisation erhielten Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren. Einer der zum Tode Verurteilten war der führende Al-Kaida-Kämpfer Abd al-Rahim al-Nashiri (38), der seit Ende 2002 in den USA inhaftiert ist und daher in Abwesenheit verurteilt wurde. Die Staatsanwaltschaft im Jemen hatte vor zwei Wochen Todesstrafen für alle sechs Angeklagten gefordert, gegen die seit Juli vor einem Sicherheitsgericht verhandelt wird.

„Dies ist ein ungerechtes Urteil, ein amerikanisches Urteil!“, rief der zweite zum Tode Verurteilte, der 35-jährige Yamal al-Bardawi, bei Bekanntgabe des Richterspruchs. Er und die anderen Verurteilten wollen nach Angaben eines Bruders von Bardawi Berufung gegen das Urteil einlegen und beim jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh intervenieren, um das Strafmaß zu mildern. Die Verteidigung von Nashiri zweifelt überhaupt an der Gültigkeit des Urteils, weil ihr Mandant in Abwesenheit verurteilt wurde.

Nashiri und Bardawi galten schon länger als Drahtzieher des Anschlags. Nashiri soll den Anschlag auf die „USS Cole“ per Telefon von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus dirigiert haben. Er wird außerdem verdächtigt, an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 mitgewirkt zu haben. Der gebürtige Saudiaraber wird seit seiner Verhaftung im November 2002 von den USA an einem unbekannten Ort festgehalten. Nach Einschätzung der US-Geheimdienste ist er ein enger Verbündeter von Al-Kaida-Chef Bin Laden. Badawi soll hingegen wegen der Planung und Vorbereitung des Anschlags hingerichtet werden.

Zu Haftstrafen wurden vier weitere Angeklagte verurteilt: Fahd Al-Qasaa (30), alias Abu Hadhifa, bekam zehn Jahre für Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande und für den Umstand, dass er den Anschlag gefilmt habe. Mamun Ahmed Said Ansuna (30) erhielt acht Jahre für die Fälschung von Dokumenten, die er an die Selbstmordattentäter ausfolgte. Ali Mohammad al-Marqab (30) und Mourad Saruri (27) fassten ebenfalls wegen Dokumentenfälschung Haftstrafen aus, in ihrem Fall aber lediglich fünf Jahre.

Die „USS Cole“ hatte vor vier Jahren in der jemenitischen Hafenstadt Aden zum Auftanken angelegt, als zwei Männer mit einem kleinen mit bis zu 225 Kilogramm Sprengstoff beladenen Boot das Kriegsschiff rammten. 17 amerikanische Besatzungsmitglieder kamen bei der Explosion ums Leben, weitere 38 wurden verletzt.

Im Jemen waren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hunderte Al-Kaida-Mitglieder festgenommen worden. Im vergangenen Monat wurden mehrere Al-Kaida-Anhänger wegen des Anschlags auf den französischen Tanker „Limburg“ im Jahr 2002 zu zehn Jahren Haft verurteilt.

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