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Jeder vierte Österreicher sehnt sich nach einem "starken Führer"

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Der aktuelle "Sozialbarometer" der Volkshilfe zeigt, dass sich jeder vierte Österreicher nach einem "starken Führer" sehnt. Dieses Ergebnis wurde rund um den 80. Jahrestag des "Anschlusses" an Hitler-Deutschland präsentiert - Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger bezeichnete es am Dienstag als erschütternd. Dennoch ist der großen Mehrheit (80 Prozent) das Demonstrationsrecht wichtig.

Befragt wurden von SORA in Face-to-face-Interviews 1.008 Österreicher ab 15 Jahren im Oktober des vergangenen Jahres. Der Aussage “Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss” stimmten dabei acht Prozent “sehr zu”, 18 Prozent “ziemlich” – was in Summe 26 Prozent ergibt. “Wenig” damit einverstanden waren 25 Prozent, “gar nicht” 43 Prozent.

1938/2018: Jeder vierte Österreicher will “starken Führer”

“Ich halte dieses Ergebnis für höchst gefährlich”, kommentierte Fenninger das Ergebnis des Sozialbarometers. Er forderte die Politik auf, darauf zu reagieren. Der Volkshilfe-Geschäftsführer erinnerte aber auch an eine Wahltagsbefragung von SORA, bei der sich 94 Prozent zur Demokratie als beste Regierungsform bekannt hatten. Allerdings sei auch hier bei den absoluten Befürwortern ein Rückgang zu vermerken gewesen.

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Trotz des Wunschs nach einem “starken Führer” stehen die Österreicher aber zum Demonstrationsrecht. Exakt acht von zehn Befragten sehen dieses als wichtigen Bestandteil der Demokratie, heißt es im aktuellen Sozialbarometer der Volkshilfe. Nur 15 Prozent sprachen sich dagegen aus. Eine Einschränkung dieser Rechte wäre für genau 70 Prozent gar ein “Angriff auf die Demokratie”, für 24 Prozent hingegen nicht.

Ein Mittel zur Stärkung des Demokratiebewusstseins ist für Fenninger die Freiwilligenarbeit, was auch die Umfrage belegt: 72 Prozent stimmten diesem Ansatz zu, 30 Prozent der Befragten gaben an, sich selbst in einer Initiative oder einem Verein zu engagieren. Die von politischer Seite geplante Stärkung der direkten Demokratie sieht Fenninger differenziert: Nicht nur auf den Wahlvorgang, sondern auch auf die Behandlung des Themas im Vorfeld komme es an.

(APA/Red)

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