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Jeddah: Bis zu 12 Tote bei Geiselnahme

Bis zu zwölf Menschen sind am Montag bei einem Terrorangriff auf ein schwer bewachtes amerikanisches Konsulat in Saudiarabien ums Leben gekommen.

Der arabische Nachrichtensender Al Arabiya meldete, auch fünf „arabische und asiatische“ Mitarbeiter des Konsulats seien bei dem Angriff in Jeddah ums Leben gekommen. Drei weitere Zivilisten hätten Verletzungen erlitten.

Bereits zuvor erklärte das Innenministeriums in Riad, dass Polizisten drei der Angreifer töteten. Zwei weitere Terroristen seien verletzt und festgenommen worden, hieß es. Wie aus Sicherheitskreisen zudem bekannt wurde, starben im Kugelhagel auch vier Angehörige der Sicherheitskräfte. Dies wurde offiziell zunächst nicht bestätigt. Wie die Sprecherin der US-Botschaft in Riad, Carol Kalin, erklärte, ist unter den Verletzten kein amerikanischer Diplomat.

Das Innenministerium sprach von einer erfolgreichen Aktion der Sicherheitskräfte. Es dauerte insgesamt mehr als drei Stunden, bis die Angreifer ausgeschaltet waren. Mehrere Mitarbeiter des Konsulats hatten sich in ihren Büros eingeschlossen, nachdem die Terroristen gegen 11.00 Uhr Ortszeit in das Gebäude eingedrungen waren.

Unklar blieb, wie die mit Handgranaten und Handfeuerwaffen bewaffneten Täter das Wachpersonal ausschalten konnten. Botschaftssprecherin Kalin erklärte, das Konsulat sei von 200 saudiarabischen Sicherheitskräften bewacht gewesen.

Saudiarabien wird seit dem Frühjahr vergangenen Jahres von der Al-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bis Laden mit einer Welle der Gewalt überzogen, die sich vor allem gegen Ausländer und die Sicherheitskräfte des Landes richtet und bisher insgesamt 170 Menschen das Leben kostete. Dabei geht es den Angreifern auch darum, die zahlreichen Ausländer aus dem ölreichen Land, in dem die Geburtsstätte des Islam und jene Bin Ladens liegt, zu vertreiben.

Im vergangenen Jahr waren bei einem Überfall auf einen Wohnkomplex von Ausländern in Riad 35 Menschen getötet worden, später bei einem weiteren Angriff 17. Der jüngste größere Anschlag liegt schon ein halbes Jahr zurück. Im Mai waren in Khobar im Osten des Landes bei einem Angriff auf eine Wohnanlage 22 Ausländer und sieben Wachleute getötet worden. Im Juni wurde ein US-Ingenieur entführt und ermordet.

Hass auf den Westen – Anschläge gegen westliche Ziele in Saudiarabien

1996

26. Juni: Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lkw vor dem US-Stützpunkt in Dhahran sterben 19 Angehörige der US-Luftwaffe. 500 Menschen werden verletzt.

2003

12. Mai: Bei einer Anschlagsserie auf Wohnanlagen für westliche Ausländer in Riad werden 35 Menschen getötet, unter ihnen neun US-Bürger. Etwa 200 Menschen werden verletzt. Die Tat wird dem Al-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden angelastet.

8. November: Bei einem weiteren Selbstmordanschlag auf eine Wohnanlage in Riad werden 17 Menschen getötet. Die meisten von ihnen stammten aus dem arabischen Ausland. 122 Menschen werden verletzt. Zu der Tat bekennt sich Al Kaida.

2004

1. Mai: Bewaffnete töten beim Überfall auf das Büro eines internationalen Unternehmens in der Stadt Janbu sechs Ausländer aus den USA, Großbritannien, Australien und Kanada. Beim anschließenden Schusswechsel mit der Polizei sterben die vier Täter und einer der Sicherheitskräfte.

22. Mai: Ein deutscher Mitarbeiter der Fluggesellschaft Saudi Arabian Airlines wird in Riad auf offener Straße erschossen.

29. Mai: Bewaffnete überfallen Einrichtungen von Ölfirmen und eine Ausländerwohnanlage in der Stadt El Chobar und nehmen mehrere Ausländer als Geiseln. Am Vormittag des 30. Mai stürmen Spezialeinheiten der Polizei die Wohnanlage und befreien die überlebenden Geiseln. Nach offiziellen Angaben sterben 22 Menschen, unter ihnen viele Ausländer. El Kaida bekennt sich zu der Tat.

6. Dezember: Bewaffnete Männer stürmen das US-Konsulat in der Stadt Jeddah (Dschidda) und nehmen dort mehrere Beschäftigte als Geiseln. Bei der Beendigung der Besetzung durch die Polizei werden drei der Angreifer und vier Sicherheitskräfte getötet.

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