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Java: Fortschritte bei Erdbebenhilfe

Die schwierige Versorgung der zehntausenden Verletzten und Obdachlosen im Erdbebengebiet auf der indonesischen Insel Java macht inzwischen schon Fortschritte.

„Alles geht voran, die Dinge laufen“, sagte die Sprecherin des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, Amanda Pitt am Donnerstag. Die Zahl der Todesopfer stieg laut Sozialministerium auf mindestens 6.234. Etwa 46©000 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 6,2 am Samstag verletzt worden, mehr als 33.000 davon schwer.

Weit über ein Dutzend Länder, darunter auch Deutschland, entsandten inzwischen Einsatzkräfte oder schickten Hilfsgüter. Das Welternähungsprogramm verteilte 185 Tonnen Lebensmittel. Nach UN- Angaben wurden mittlerweile mehr als 22©000 Patienten im Erdbebengebiet behandelt. Dennoch sind örtliche Krankenhäuser nach wie vor überfüllt. Durch den Erdstoß verloren schätzungsweise 600©000 Menschen ihr Zuhause. Auch knapp 270 Schulen und 50 Kilometer Straßen sowie Brücken wurden den Angaben zufolge zerstört.

Lebensmittel, Zelte, medizinische Versorgung und Trinkwasser erreichen zunehmend auch abgelegene Gegenden, berichteten indonesische Medien. Allerdings habe eine ganze Reihe von Dörfern immer noch keine Hilfe erhalten. Helfer berichteten, dass weiter logistische Probleme und verstopfte Straßen die Verteilung behinderten. Der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla wies bei einem Besuch in der Region die örtlichen Behörden an, die Hilfe für die Überlebenden nicht durch Formalitäten zu erschweren.

Die indonesischen Gesundheitsbehörden planen Massenimpfungen, um die Menschen beispielsweise vor Masern zu schützen. Fachleute hielten die Gefahr eines Ausbruchs von Krankheiten indes für geringer als befürchtet, da mehr Trinkwasserbrunnen das Beben überstanden als erwartet. „Das Risiko von Ausbrüchen ist nicht hoch. Das ist ein positives Element“, sagte der Sprecher der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften, Jean-Pierre Taschereau. Nur fünf bis zehn Prozent der Brunnen sei zerstört worden.

Sorge bereitete daneben weiter der nahe Vulkan Merapi. Donnerstag früh habe der seit Wochen brodelnde, knapp 3000 Meter hohe Berg innerhalb von sechs Stunden 36 heiße Wolken ausgestoßen, sagte ein Vulkanologe der Merapi-Beobachtungsstation. Über dem Krater des Berges stehe bis in mehr als einen Kilometer Höhe weißer Rauch. Lavaströme hätten eine Länge von dreieinhalb Kilometern erreicht. „Die Intensität der Aktivität des Merapi ist noch immer hoch und tendiert zu steigen“, sagte der Vulkanologe. Einen Zusammenhang mit dem Erdbeben schließen Experten nicht aus.

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