Jane Goodall zum 50-jährigen Forschungsjubiläum in Wien

Die 76-jährige Schimpansen-Exper­tin Jane Goodall nützt die Aufmerksamkeit, die ihrer Person anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ihrer Forschungsarbeit zu Teil wird, um für einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur zu werben. Am Freitag und am Samstag ist die Britin in Wien. Aus Österreich erhält sie für ihre Projekte tatkräftige Unterstützung.
Goodall zu Besuch in Schönbrunn
Jane Goodall besucht Schönbrunn

“Schimpansen und Menschen sind einander so ähnlich, dass Bluttransfusionen möglich sind” erläuterte die Britin vor Hunderten Kindern im Tiergarten Schönbrunn. “Die DNS unterscheidet sich nur zu einem Prozent, die Gehirne sind fast ident.” Die Jugendarbeit ist ihr ein besonderes Anliegen. Ihre weltweite Initiative “Roots&Shoots” besteht mittlerweile aus rund 10.000 Gruppen in über 100 Ländern, die eigenständig, aber vernetzt unterschiedlichste Projekte entwickeln und umsetzen. Für Österreich übernimmt Wiens Bürgermeister Häupl den Ehrenschutz von Goodalls Kampagne “Die Zukunft der Welt liegt in den Händen unserer Kinder”.

Die rüstige Globetrotterin begann 1960, Primaten in der freien Wildbahn Afrikas zu studieren und sammelte erste vielbeachtete wissenschaftliche Erkenntnisse, die mehr Verständnis für die nächsten Verwandten des Menschen zur Folge hatten. Aus der Leidenschaft für die Menschenaffen entwickelte sich die Erkenntnis, dass der Umweltzerstörung Einhalt geboten werden muss – und kann. Wie, das erklärt sie in zahlreichen leidenschaftlichen Vorträgen rund um die Welt. Unermüdlich betont die Britin, dass jeder einzelne etwas bewegen und verändern kann und fordert nachdrücklich zu raschem Handeln auf.

Der Wiener Zoo überreichte Goodall am Freitag einen Scheck über 5.000 Euro und übernahm die Patenschaft für einen Schimpansen im Gombe Stream Nationalpark Tansania. “Gombe50” steht mittlerweile sowohl für den Kampf um das Überleben der Primaten als auch für Artenschutz im Allgemeinen. Eine neue Tafel bei der ORANG.erie des Tiergartens informiert über das Projekt, das als die zeitlich längste Freilandstudie zur Erforschung des Verhaltens von Schimpansen gilt.

Weitere Stationen führen die UN-Friedensbotschafterin am Freitagabend in die Technische Universität, wo ein “Artenschutzkonzert” gegeben wird. Die Forscherin wird die Welturaufführung der Symphonie textlich begleiten. Am Samstag ernennt sie in der britischen Botschaft eine Reihe heimischer Ehrenbotschafter, die ihre Philosophie unterstützen und verbreiten sollen.

Im Dokumentarfilm “Jane’s Journey” wird die private und berufliche “Lebensreise” der Tier- und Umweltschützerin erzählt. Obwohl sie in der Erforschung der Schimpansen ihre Lebensaufgabe gefunden hatte, gab sie vor rund 20 Jahren diese Tätigkeit auf, um sich ganz in den Dienst der Rettung der Welt zu stellen.

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