IV für durchlässige Leistungsschule

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Die Industriellen-Vereinigung (IV) will alles zugleich: Sie wünscht sich eine stärkere Durchlässigkeit des Schulsystems der Zehn- bis 14-Jährigen - bei einer gleichzeitig stärkeren Leistungsdifferenzierung.

Bei der Präsentation des IV-Modells „Schule 2020 – Lernen – Wachstum – Wohlstand“ am Freitag in Wien plädierte IV-Bildungs- und Innovationssprecher Wolfgang Eder auch für die flächendeckende Einführung der Ganztagesschule, dies sei eine „gesellschaftliche Notwendigkeit“.

Eine Reform des Schulsystems sei notwendig, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, sagte IV-Generalsekretär Markus Beyer. Österreich liege zwar in allen internationalen Studien im guten Mittelfeld, jedoch nicht mehr an der Spitze. Nachdem im Universitätsbereich bereits umfassende Reformen erfolgt seien, müsse der Fokus nun auf das Schulsystem gelegt werden, so der Generalsekretär. Die Reformen sollten unabhängig von „parteipolitischen und ideologischen Positionen“ erfolgen, hofft Beyer.

Die Vorsitzende der Steuerungsgruppe „Schule 2020“, Monika Kircher-Kohl, sagte, die IV stelle sich eine „Mittelstufe“ der Zehn- bis 14-jährigen Schüler vor, welche eine bessere Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schultypen ermögliche. Wichtig sei eine „leistungsgerechte Differenzierung“ ähnlich jenem System, das bereits in den Hauptschulen zur Anwendung kommt: Der Unterricht der Schüler in verschiedenen Leistungsgruppen.

Gegen das Schlagwort „Gesamtschule“ verwehrt sich die IV allerdings, denn dieser Begriff sei „ideologisch besetzt“, sagte Gerhard Riemer, IV-Bereichsleiter für Bildung, Innovation und Forschung. Bevor man über Schritte in diese Richtung nachdenken könne, müsse es zunächst zu der „inneren Leistungsdifferenzierung“ in den bestehenden Schultypen kommen.

Um den Veränderungen in der Arbeitswelt gerecht werden zu können, sei ein breites Angebot ganztägiger Schulformen notwendig, so Kircher-Kohl. Langfristig sollte es hier zu verpflichtenden Angeboten kommen, allerdings gehe es weniger um die reine Betreuung der Kinder als vielmehr um eine inhaltliche Ausrichtung des Schultages, wie etwa eine Mischung aus Lern- und Freizeitangeboten. Für die Lehrer wünscht die IV unter anderem leistungsbezogene Entlohnung sowie verpflichtende Weiterbildung.

Um diese Reformen umsetzen zu könne, sei eine „echte“ Autonomie der Schulen mit Eigenverantwortung der „Schulmanager“ bei der Personal- und Ressourcenverantwortung notwendig. Die Politik solle lediglich die Rahmenbedingungen vorgeben, das operative Geschäft jedoch den Experten überlassen, forderte Eder. Die Schul-Verwaltung will die IV auf drei Ebenen reduzieren, nämlich auf Bund, Region und Schule. Die Entscheidungsebene der Länder solle auf lange Frist wegfallen.

Gefragt, ob für derartige Reformen eine Große Koalition die beste Regierungskonstellation sei, meinte Kircher-Kohl, man werde wohl eine stabile Mehrheit brauchen. Ansonsten ließ man von Seiten der IV keine Präferenz für eine Regierungsform erkennen, es solle nun vielmehr „in der Sache“ diskutiert werden, meinte Beyrer.

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