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Italienische Terroristin freigelassen

Die ehemalige Terroristin Barbara Balzerani, die zu den Führern der linksextremistischen Terrorgruppe Rote Brigaden zählte, ist in Italien auf Bewährung freigelassen worden.

Die 58-Jährige, die 1978 an der Entführung und Ermordung des christdemokratischen Parteichefs Aldo Moro beteiligt gewesen war, wird in den kommenden fünf Jahren Rom nicht verlassen dürfen und die Nächte in ihrer Wohnung verbringen müssen, berichtete ihr Rechtsanwalt Michele Leonardi.

Balzerani war wegen der Entführung und der Ermordung von Moro 1985 zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Sie war nach einer achtjährigen Flucht festgenommen worden. Auch wegen des Mordes an drei Polizisten in Mailand wurde sie verurteilt. Seit 1995 durfte Balzerani tagsüber außerhalb der römischen Haftanstalt von Rebibbia einer Arbeit als Computertechnikerin nachzugehen. Am 16. März 1978 folgte ein Kommando aus elf Personen dem Dienstfahrzeug des italienischen Politikers auf dem Weg zum Parlament in Rom und stoppte es in der Via Fani. Fünf Männer der Eskorte Moros wurden kaltblütig erschossen. Den Parteichef selbst zerrten die Verbrecher aus dem Auto, um ihn in ein „Volksgefängnis“ zu bringen, zu „verhören“ und zu „verurteilen“. 55 Tage nach dem Überfall fand man den fünfmaligen Regierungschef nach einem anonymen Anruf in einem Kleinwagen in der römischen Innenstadt tot auf. Fast alle Mitglieder des linksextremistischen Kommandos, das am 16. März 1978 den damaligen christdemokratischen Vorsitzenden Moro entführt und nach 55 Tagen ermordet hatte, sind nach 20 Jahren auf freiem Fuß. Fünf Prozesse fanden gegen die 13 Mitglieder der Roten Brigaden, die Moro in einer Wohnung in Rom gefangen hielten und ihn schließlich erschossen, statt. Zehn von ihnen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, erhielten jedoch Straferleichterungen.

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